Logo Die Sachsen News

Tschechien plant höhere Lkw-Maut ab Juli 2027

Fahrzeuge auf der Autobahn D8 bei Lovosice mit Feldern und Gebäuden im Hintergrund.
Die Autobahn D8 bei Lovosice. Tschechien plant höhere Lkw-Mautsätze ab Juli 2027. Archivfoto: Aktron / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/), Original: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lovosice,_dálnice_D8.jpg
Tschechien plant höhere Mautsätze für Lastwagen ab Juli 2027. Für eine häufige Fahrzeugkategorie würden Autobahnfahrten rund 18,5 Prozent teurer. Die Regierung muss noch entscheiden.

Prag. Tschechien will die Lkw-Maut ab Juli 2027 erhöhen und damit mehr Geld für Straßen und Autobahnen einnehmen. Das geht aus einem Vorschlag des Verkehrsministeriums hervor, der derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt wird. Betroffen wären Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Für Busse sollen die bisherigen Sätze weitergelten.

Für eine besonders häufige Lkw-Kategorie würde die Fahrt auf Autobahnen rund 18,5 Prozent teurer: Gemeint sind Fahrzeuge über zwölf Tonnen mit mindestens fünf Achsen, der Abgasnorm Euro VI und der CO₂-Klasse 1. Ihr Mautsatz soll von rund 5,96 auf 7,07 Kronen je Kilometer steigen. Auf mautpflichtigen Straßen erster Klasse ist für diese Kategorie ein Plus von 26,6 Prozent vorgesehen, das entspricht etwa 0,97 Kronen zusätzlich je Kilometer.

Was das für eine längere Fahrt bedeutet, zeigt eine Beispielrechnung des Ministeriums. Ein solcher Lastwagen zahlt für die Strecke von der slowakischen Grenze bei Lanžhot über Brünn und den Prager Autobahnring bis Rozvadov an der deutschen Grenze derzeit 2.565 Kronen. Nach der geplanten Erhöhung wären es 475 Kronen mehr, also 3.040 Kronen.

Verkehrsminister Ivan Bednárik begründet den Vorstoß mit dem Preisgefälle zu Nachbarländern. Nach seiner Darstellung weichen internationale Transporte wegen der niedrigeren Maut auf tschechische Straßen aus. Auf wichtigen Transitautobahnen wie der D1, D5 und D8 sei die Zahl der Lastwagen seit der Corona-Pandemie insgesamt um mehr als 15 Prozent gestiegen. Auch nach der vorgeschlagenen Anpassung läge der tschechische Autobahnsatz für die genannte Fahrzeugkategorie unter den vom Ministerium angeführten Vergleichswerten für Deutschland und Österreich.

Für 2027 rechnet das Ministerium mit zusätzlichen Einnahmen von 1,6 Milliarden Kronen. In den Folgejahren sollen es etwa vier Milliarden Kronen jährlich sein. Das Geld soll unter anderem in Neubau und Modernisierung von Straßen und Autobahnen sowie zusätzliche Autobahnrastplätze fließen. Beschlossen ist die Änderung noch nicht. Nach der Abstimmung zwischen den Ministerien und der Bearbeitung der Einwände soll der Vorschlag der Regierung vorgelegt werden.