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Tschechien plant Handyverbot an Schulen ab 2027

Tschechien plant Handyverbot an Schulen ab 2027
Symbolbild Smartphones / pixabay Surprising_Media
Von: News aus Tschechien
Premierminister Andrej Babiš plant neue gesetzliche Regeln für die Handynutzung an tschechischen Schulen. Diese sollen ab September 2027 gelten und Schüler bis zum Ende der Schulpflicht betreffen.

Neue Regeln für die Handynutzung an tschechischen Schulen sollen ab September 2027 in Kraft treten. Das kündigte Premierminister Andrej Babiš in einem Video auf seinen sozialen Netzwerken an. Der Gesetzentwurf, den Babiš gemeinsam mit Schulminister Robert Plaga unterzeichnet hat, soll am Montag ins parlamentarische Verfahren eingebracht werden. Bereits vergangene Woche hatte Babiš angekündigt, dass der Vorschlag ein Verbot der Handynutzung an Schulen vorsehen soll. Derzeit regeln einzelne Schulen die Nutzung während des Unterrichts eigenständig über ihre Hausordnungen.

Die neuen Regeln sollen laut Babiš für Kindergärten, Vorbereitungsklassen, Grundschulen, untere Jahrgänge mehrjähriger Gymnasien sowie entsprechende Jahrgänge an Konservatorien gelten – „vor allem also für Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Schulpflicht", erklärte er. Das Verbot soll während des Unterrichts ebenso gelten wie in den Pausen. Der Premierminister rechnet mit einer intensiven Debatte über den Entwurf. Als Inkrafttreten schlagen die Initiatoren den 1. September 2027 vor, „damit die Schulen Zeit haben, sich vorzubereiten, ihre Hausordnungen anzupassen und praktische Abläufe festzulegen", so Babiš. Persönlich hätte er eine frühere Einführung bereits ab diesem September bevorzugt, ließ aber offen, ob das Inkrafttreten zwingend zum Schuljahresbeginn erfolgen müsse.

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Unterstützung erhält der Vorstoß vom Nationalen Institut für psychische Gesundheit (NUDZ). Institutsdirektor Jiří Horáček erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, übermäßiger Konsum von Mobilgeräten und sozialen Netzwerken stehe im Zusammenhang mit depressiven und Angstsymptomen, gestörtem Schlaf und geringerer Lebenszufriedenheit bei Kindern. Besonders betroffen seien Mädchen und Problemnutzer. Die meisten Plattformen setzen ein Mindestalter von 13 Jahren voraus.

Laut einer Umfrage des Schulministeriums vom Mai haben bereits 93 Prozent der befragten 5.441 Schulen formelle Regeln zur Handynutzung in ihrer Hausordnung verankert. Rund 200 Schulen planen die Einführung solcher Regeln, meist zum 1. September 2026. Während des Unterrichts gilt an den meisten Schulen bereits ein eingeschränkter Modus, bei dem Handys nur zu Lernzwecken auf Anweisung der Lehrkraft genutzt werden dürfen. Bei der Nutzung in den Pausen unterscheidet sich die Praxis je nach Schulstufe deutlich.

In Tschechien wird zudem über eine Einschränkung sozialer Netzwerke für Kinder diskutiert. Babiš hatte im Februar die Idee eines Verbots nach französischem Vorbild ins Spiel gebracht, auch Präsident Petr Pavel tendiert eher zu einem Verbot. Die oppositionellen Piraten kritisieren hingegen, dass eine solche Einschränkung das eigentliche Problem nicht löse.

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