Sommer in Prag: Besucherzahlen wachsen, Hotelpreise steigen
Prag bereitet sich auf einen weiteren besucherstarken Sommer vor. Das teilte Prague City Tourism (PCT) mit. Für Juli und August werden rund 1,6 Millionen Besucherinnen und Besucher erwartet – ein Anstieg von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als etwa 1,5 Millionen Menschen in die tschechische Hauptstadt kamen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Tourismusbranche der Stadt nach den Pandemiejahren weiter erholt und stabilisiert.
Die Prognose wird durch aktuelle Hotelmarktdaten des internationalen Anbieters STR untermauert. In den ersten fünf Monaten des Jahres verzeichneten Prager Hotels eine durchschnittliche Auslastung von 71,6 Prozent – ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Zimmerpreis stieg um 7,7 Prozent auf 120,55 Euro pro Nacht. Laut Prague City Tourism wächst Prag im Hotelbereich derzeit schneller als das benachbarte Wien – ein Zeichen für die wachsende Wettbewerbsfähigkeit der tschechischen Hauptstadt als europäisches Reiseziel.
Besonders stark entwickelte sich das Luxussegment: Die Auslastung von Prags Premiumhotels stieg um rund sieben Prozent, der durchschnittliche Übernachtungspreis erhöhte sich um 11 Euro auf 209 Euro pro Nacht. Stadtvertreter werten dies als Beleg dafür, dass Prag zunehmend zahlungskräftigere Reisende anzieht. In den vergangenen Jahren hat PCT seine Marketingkampagnen gezielt auf Kulturreisende über 30 Jahre ausgerichtet – und bewusst vom Image einer günstigen Partystadt für Jugendtourismus und Alkoholtourismus abgerückt. Die Strategie scheint aufzugehen: Immer mehr Besucherinnen und Besucher kommen wegen Geschichte, Architektur und Kultur in die Stadt.
Die größten Besuchergruppen kommen weiterhin aus Tschechien selbst, aus Deutschland und den USA. Im vergangenen Jahr begrüßte Prag insgesamt 8,3 Millionen Touristinnen und Touristen, darunter 1,6 Millionen aus dem Inland. Die Stadtpolitik verfolgt dabei auch das Ziel, die Besucherströme gleichmäßiger über die Stadt zu verteilen und den Druck auf die historische Innenstadt zu reduzieren – etwa durch die Kampagne „Enjoy Respect Prague", die zu verantwortungsvollem Tourismus aufruft.