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Prag: Tausende unterstützen Streik bei Fernsehen und Radio

Demonstranten auf dem Wenzelsplatz in Prag unterstützen streikende Beschäftigte des Tschechischen Fernsehens und Rundfunks.
Tausende Menschen demonstrierten am 3. November auf dem Prager Wenzelsplatz für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und Rundfunks. Foto: David Štrup
Tausende Menschen sind am Dienstag durch Prag gezogen, um die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu unterstützen. Beschäftigte des Tschechischen Fernsehens und Rundfunks streiken gegen die geplante Abschaffung der Gebühren. Auch das laufende Programm ist von den Protesten betroffen.

Prag. Tausende Menschen haben am Dienstag, dem 3. November, in Prag für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und Rundfunks demonstriert. Das berichtete die tschechische Nachrichtenagentur ČTK. Hintergrund ist ein ganztägiger Streik der Beschäftigten von Česká televize (ČT) und Český rozhlas (ČRo) gegen die geplante Änderung der Rundfunkfinanzierung.


Foto: David Štrup

Mehrere Hundert streikende Fernsehmitarbeiter zogen vom ČT-Sitz im Stadtteil Kavčí hory in Richtung Wenzelsplatz. Unterwegs schlossen sich Beschäftigte des Tschechischen Rundfunks und Studierende an. Der Demonstrationszug wuchs auf mehrere Tausend Teilnehmer an. Die zentrale Kundgebung begann um 16.36 Uhr – eine Anspielung auf die um 4.36 Uhr erfolgte Parlamentsabstimmung vom 24. Oktober.


Foto: David Štrup

Der Streik wirkte sich auch auf die Programme aus. Beim Nachrichtensender ČT24 traten Moderatoren in schwarzer Kleidung vor einem abgedunkelten Nachrichtenstudio auf und verlasen Meldungen von Papier. Auch beim Radiosender Radiožurnál wurde das Programm verändert.

Die Regierung von Ministerpräsident Andrej Babiš will die bisherigen Rundfunkgebühren abschaffen und Fernsehen sowie Radio künftig aus dem Staatshaushalt finanzieren. Kritiker befürchten dadurch eine stärkere politische Einflussnahme. Babiš weist diesen Vorwurf zurück und verweist auf das Wahlprogramm seiner Partei ANO.

Die Protestzüge führten zu Verkehrsbehinderungen, unter anderem auf der Nusle-Brücke und im Prager Stadtzentrum. Auch in anderen tschechischen Städten fanden Unterstützungsaktionen statt.