Knochenfund in Postelberg: Tschechische Polizei prüft Mordverdacht
Postoloprty. Nach dem Fund menschlicher Knochen auf einem ehemaligen Kasernengelände in Postoloprty (Postelberg) ermittelt die tschechische Polizei wegen Mordverdachts. Wie die Nachrichtenagentur ČTK unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, prüft das Amt zur Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus den Fall nach dem früheren Strafgesetzbuch. Bislang befassen sich die Ermittler mit dem Fund eines Teils einer Gliedmaße.
Arbeiter hatten die Skelettreste Anfang Oktober bei Bauarbeiten für ein Wohngebiet entdeckt. Auf einem Teil der Baustelle wurden die Arbeiten daraufhin gestoppt und Archäologen hinzugezogen. Die frühere Militäranlage war 2017 abgerissen worden. Seit diesem Sommer entstehen dort Wohnungen.
Der Fundort liegt in einer Stadt, in der tschechoslowakische Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg internierte deutsche Zivilisten ermordeten. Anfang Juni 1945 wurden in Postoloprty und Umgebung mindestens 763 Deutsche getötet. An das Nachkriegsmassaker erinnerte auch eine Gedenkwanderung eines deutsch-tschechischen Verlegerpaars.
Ob die jetzt gefundenen Überreste von einem Opfer dieser Verbrechen stammen, ist bislang nicht bestätigt. Auch für ein Massengrab liegen nach Angaben der stellvertretenden regionalen Staatsanwältin Kateřina Doušová bisher keine bestätigenden Informationen vor. Die Ermittlungen sollen die Umstände des Fundes klären.