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Jüdischer Kulturabend in Prag: Sachsen setzt Zeichen für Dialog und Erinnerung

Jüdischer Kulturabend in Prag: Sachsen setzt Zeichen für Dialog und Erinnerung
Kulturabend in Prag: Lesung, Musik und Ausstellung widmen sich jüdischer Geschichte und Tradition. Foto: Jaromír Zubák
Von: News aus Tschechien
Ein Kulturabend in Prag stellte jüdische Geschichte und Gegenwart in den Mittelpunkt. Mit Musik, Literatur und Kunst wurde zugleich der kulturelle Austausch zwischen Sachsen und Tschechien gestärkt.

Bereits Ende März fand im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Prag ein Jüdischer Kulturabend im Rahmen des Themenjahres TACHELES statt. Mit der Veranstaltungsreihe greift Sachsen das Jahr der jüdischen Kultur auf und verbindet es bewusst mit einem grenzüberschreitenden Dialog – insbesondere in einer Stadt wie Prag, die auf eine reiche jüdische Geschichte zurückblickt. Das teilte das Verbindungsbüro mit.

Eröffnet wurde der Abend von der Leiterin des Verbindungsbüros, Josefina Ofner, die die Bedeutung des internationalen Austauschs betonte. Ziel sei es, kulturelle Themen nicht nur regional zu betrachten, sondern auch im europäischen Kontext sichtbar zu machen.

Im Mittelpunkt des Programms stand die poetisch-musikalische Lesung „Jerusalem“ des Leipziger Autors und Regisseurs Küf Kaufmann. In seinen Texten nahm er das Publikum mit auf eine atmosphärische Reise in die Stadt Jerusalem und schilderte Eindrücke zwischen Alltag, Spiritualität und kultureller Vielfalt. Begleitet wurde die Lesung vom Ensemble „Klangprojekt“, das die Texte musikalisch untermalte und dem Abend eine besondere, teils meditative Stimmung verlieh.

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Ein weiterer Programmpunkt war die Eröffnung der Ausstellung „ALEF-BET IVRI – das hebräische Alphabet“ der Künstlerin Lieselotte Theil-Hurshell. In 22 Werken setzt sie sich mit den Buchstaben des hebräischen Alphabets auseinander und verbindet diese mit symbolischen und kulturellen Bedeutungen. Die Ausstellung eröffnet damit einen künstlerischen Zugang zur jüdischen Tradition und Sprache.

Auch die historische Bedeutung jüdischen Lebens in Sachsen wurde thematisiert. Vertreter aus Politik und Kultur hoben hervor, dass jüdische Persönlichkeiten über Jahrhunderte hinweg maßgeblich zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Freistaates beigetragen haben. Nach dem starken Einschnitt in der Zeit des Nationalsozialismus sei jüdisches Leben heute wieder sichtbarer Bestandteil der Gesellschaft.

Der Kulturabend zeigte eindrucksvoll, wie Musik, Literatur und bildende Kunst miteinander verbunden werden können, um Geschichte erlebbar zu machen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass solche Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag zur Verständigung zwischen Ländern leisten und das Bewusstsein für kulturelle Vielfalt stärken.

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