30 Jahre Tanzendes Haus in Prag: Ikone der Moderne feiert Jubiläum
Drei Jahrzehnte nach seiner Eröffnung wird das Tančící dům in Prag als Symbol für architektonischen Mut und gesellschaftlichen Wandel gefeiert. Zum Jubiläum hat der heutige Eigentümer PSN ein umfangreiches Jahresprogramm mit Ausstellungen und Veranstaltungen angekündigt.
Das in den 1990er-Jahren errichtete Gebäude entstand mit dem Anspruch, mehr als nur ein architektonischer Blickfang zu sein. Es sollte von Beginn an ein lebendiger Ort für Kultur und öffentliches Leben werden und zugleich den Aufbruch in eine neue Zeit nach der politischen Wende markieren. Damit gilt es als eines der ersten sichtbaren Zeichen des modernen Prags nach 1989.
Auch Václav Havel wird mit der Idee des Gebäudes in Verbindung gebracht. Der frühere Präsident setzte sich für moderne Architektur als Ausdruck der neu gewonnenen Freiheit ein und unterstützte entsprechende Projekte. So entwickelte sich das Haus zu einem Symbol für Offenheit und gesellschaftliche Veränderung. Entworfen wurde das Bauwerk von Vlado Milunić gemeinsam mit Frank Gehry. Charakteristisch ist die ungewöhnliche Form zweier Gebäudeteile, die an ein tanzendes Paar erinnern und dem Haus den Spitznamen „Ginger und Fred“ eingebracht haben. Ein weiteres markantes Element ist die Dachkonstruktion, die aufgrund ihrer Form als „Medusa“ bezeichnet wird. Der Bau wurde zwischen 1994 und 1996 realisiert und am 20. Juni 1996 eröffnet.
Bis heute wird das Gebäude bewusst als öffentlich zugänglicher Ort genutzt. Neben einem Hotel umfasst es eine Aussichtsplattform mit Bar, ein Restaurant sowie eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen und kulturellen Programmen.
Den Auftakt des Jubiläumsjahres bildet die Ausstellung „Tančící dům: Příběh ikonické budovy“, die seit Mittwoch, den 22. April, bis 18. Oktober zu sehen ist. Sie bietet Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Hauses und zeigt unter anderem bislang unveröffentlichte Fotografien aus der Bauphase sowie Videomaterial zur Entwicklung des Standorts am Jiráskovo náměstí und Rašínovo nábřeží.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei auch Bereichen, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Besucher erhalten Einblicke in technische Strukturen des Gebäudes, zudem wird ein über zwei Meter hohes Modell im Maßstab 1:25 präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch originale Gestaltungselemente der Designerin Eva Jiřičná.
Für Juni sind weitere Feierlichkeiten direkt am Moldauufer geplant, die gemeinsam mit der Initiative Díky, že můžem organisiert werden sollen. Ziel ist es, die Bedeutung des Gebäudes als Ort der Begegnung und als Symbol für Freiheit und kulturellen Austausch zu unterstreichen.
Weitere Informationen zum Jubiläum: https://psn.cz/en/dancing-house