IWF senkt Wachstumsprognose für Tschechien auf 1,8 Prozent
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die tschechische Wirtschaft nach unten korrigiert. Für 2026 erwartet der Fonds nur noch ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 Prozent, nach bisher 2,2 Prozent. Im Jahr 2025 war die Wirtschaftsleistung noch um 2,6 Prozent gewachsen. Für 2027 rechnet der IWF mit einer leichten Beschleunigung auf 1,9 Prozent. Gegenüber der Frühjahrsprognose bedeutet das eine Senkung um 0,4 Prozentpunkte für 2026 und um 0,3 Prozentpunkte für 2027.
Damit liegt der IWF unter den Erwartungen des tschechischen Finanzministeriums. Dieses hatte seine Schätzung im August ebenfalls gesenkt, allerdings nur von 2,1 auf 1,9 Prozent für das laufende Jahr. Als wesentlichen Grund nannte das Ministerium die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts, insbesondere gestiegene Energie- und Kraftstoffpreise sowie Unsicherheiten im internationalen Handel. Für 2027 erwartet das Ministerium mit 2,4 Prozent ein deutlich stärkeres Wachstum als der IWF.
Im mitteleuropäischen Vergleich fällt die Prognose für Tschechien zurückhaltend aus. Für Polen rechnet der Fonds 2026 mit einem Wachstum von 3,4 Prozent, für Ungarn mit 1,9 Prozent. Die Slowakei dürfte mit 0,8 Prozent deutlich schwächer abschneiden als Tschechien.
Die Weltwirtschaft zeigt sich dagegen widerstandsfähiger: Der IWF erwartet für 2026 ein globales Wachstum von 3,1 Prozent, nachdem er im Juli noch von 3,0 Prozent ausgegangen war. Für 2027 prognostiziert er eine Beschleunigung auf 3,4 Prozent.