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Invalidovna in Prag: Großsanierung des Barockkomplexes beginnt

Invalidovna in Prag: Großsanierung des Barockkomplexes beginnt
Die Prager Invalidovna wird in den kommenden Jahren umfassend saniert und für neue kulturelle und öffentliche Nutzungen umgebaut. Foto: Invalidovna | Národní památkový ústav
Von: News aus Tschechien
Die umfassende Sanierung der Prager Invalidovna hat begonnen. Bis 2029 soll der historische Barockkomplex restauriert und um neue Gebäude, Ausstellungsräume und einen neugestalteten Garten ergänzt werden.

Die umfassende Sanierung der Prager Invalidovna hat begonnen. Das teilte das Nationale Denkmalinstitut (NPÚ) mit. Für die Restaurierung des historischen Barockkomplexes, zwei Neubauten und die Neugestaltung der Gärten sind insgesamt 2,15 Milliarden Kronen vorgesehen. Damit handelt es sich nach Angaben des NPÚ um die größte Investition in der Geschichte der staatlichen Denkmalbehörde.

Die Bauarbeiten sollen bis 2029 abgeschlossen werden. Die Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit ist für 2030 geplant. Zum offiziellen Start der Arbeiten übernahmen Vertreter des Baukonsortiums „Sdružení Invalidovna“ symbolisch den Schlüssel für das Gebäude. Dem Konsortium gehören Metrostav CZ, AVERS sowie Chládek & Tintěra an. An der Veranstaltung nahmen auch Ministerpräsident Andrej Babiš und Kulturminister Oto Klempíř teil.

Nach der Sanierung soll die Invalidovna deutlich stärker für Besucher und kulturelle Zwecke genutzt werden. Geplant sind unter anderem eine Dauerausstellung zur Geschichte und ursprünglichen Funktion der Anlage sowie eine weitere Ausstellung über Adelssitze, die vom Nationalen Denkmalinstitut verwaltet werden. Hinzu kommen neue Ausstellungsflächen, ein multifunktionaler Saal, ein Besucherzentrum, ein Café sowie Räume für Bildung und Veranstaltungen.

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Auch Fachabteilungen des NPÚ sollen künftig in dem Komplex arbeiten. Vorgesehen sind unter anderem Restaurierungswerkstätten, Labore, Dokumentationsarchive und Studienräume.

Auf der Südseite des Areals entstehen außerdem zwei neue Gebäude. Dort soll unter anderem der Prager Philharmonische Chor eine dauerhafte Unterkunft erhalten. Geplant sind zudem ein Mehrzwecksaal für Konzerte und Konferenzen sowie technische Einrichtungen für den gesamten Komplex.

Die Geschichte der Invalidovna reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Der verwundete Graf Petr Strozzi verfügte 1658 in seinem Testament, dass invalide, kranke und alte Soldaten sowie deren Familien unterstützt werden sollten. Auf dieser Grundlage entstand 1714 eine Stiftung, die unter Kaiser Karl VI. den Bau und Betrieb einer Invalidenanstalt in Prag ermöglichte.

Der monumentale Komplex wurde ab 1731 nach Plänen des Barockarchitekten Kilián Ignác Dientzenhofer errichtet. Das ursprünglich geplante Bauvorhaben war allerdings wesentlich größer: Tatsächlich wurde nur etwa ein Neuntel des vorgesehenen Areals gebaut. Die Invalidovna zählt dennoch zu den bedeutenden Barockdenkmälern Mitteleuropas.

Seit 2018 steht das Gebäude unter der Verwaltung des Nationalen Denkmalinstituts. Mit der nun begonnenen Sanierung soll das historische Bauwerk nicht nur restauriert, sondern auch langfristig für Kultur, Bildung und die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden.

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