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Vier-Tage-Woche in Tschechien: Immer mehr Unternehmen testen sie

Vier-Tage-Woche in Tschechien: Immer mehr Unternehmen testen sie
Symbolbild Arbeitsplatz / pixabay reallywellmadedesks
Von: News aus Tschechien
Immer mehr Unternehmen in Tschechien experimentieren mit einer Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt. Während Firmen teils von höherer Produktivität berichten, bleibt die Politik bei einer landesweiten Regelung zurückhaltend.

Die Vier-Tage-Woche wird auch in Tschechien zunehmend erprobt. Unternehmen berichten von positiven Erfahrungen mit dem Modell, bei dem Beschäftigte einen Arbeitstag weniger leisten, dafür aber weiterhin ihr volles Gehalt erhalten. Das geht aus aktuellen Unternehmsberichten hervor, die entsprechende Arbeitszeitmodelle bereits eingeführt oder getestet haben.

Ziel der Vier-Tage-Woche ist es, die Arbeitszeit anders zu organisieren und Beschäftigten mehr Zeit für Erholung und persönliche Aktivitäten zu geben. Gleichzeitig soll die Produktivität möglichst erhalten bleiben. Einige Unternehmen ziehen nach ihren bisherigen Erfahrungen eine positive Bilanz.

Bei der Trinity Group wird bereits seit fünf Jahren mit dem Modell gearbeitet. Jan Hanulík, Produkt- und Marketingleiter des Unternehmens, erklärte, dass die Produktivität trotz eines zusätzlichen freien Tages gestiegen sei. Die Geschäftsergebnisse hätten sich seit der Einführung des Modells ungefähr verdoppelt. Einen direkten Zusammenhang zwischen beiden Entwicklungen stellt das Unternehmen dabei selbst her.

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Auch andere tschechische Firmen haben die Vier-Tage-Woche eingeführt oder zumindest getestet. Dazu zählen unter anderem SAB Finance, Phonexia, Sherpas, Digiskills und Café Eternity. Nicht jedes Experiment verlief allerdings dauerhaft erfolgreich. Die Agentur Cognito kehrte nach einem Test wieder zur klassischen Fünf-Tage-Woche zurück.

Für die Beschäftigten scheint das Modell grundsätzlich attraktiv zu sein. Einer in diesem Zusammenhang genannten Umfrage zufolge würden rund 70 Prozent der Arbeitnehmer in Tschechien eine Vier-Tage-Woche begrüßen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle: In Belgien können Beschäftigte beispielsweise ihre reguläre Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Tage verteilen. Eine solche Regelung bedeutet daher nicht automatisch eine Verkürzung der tatsächlichen Arbeitszeit.

Politik sieht einheitliche Regelung kritisch

Eine landesweit einheitliche Einführung einer Vier-Tage-Woche stößt in Tschechien dennoch auf Zurückhaltung. Arbeits- und Sozialminister Aleš Juchelka (ANO) verwies darauf, dass eine gesetzlich vorgeschriebene Regelung insbesondere in Branchen mit ohnehin knappem Personal zusätzliche Probleme verursachen könnte. Genannt werden unter anderem das Gesundheitswesen und soziale Dienste.

Auch die SPD-Abgeordnete Lucie Šafránková spricht sich dafür aus, die Arbeitszeit stärker an den jeweiligen Beruf und die Bedingungen einzelner Arbeitgeber anzupassen. Ein einheitliches Modell für sämtliche Branchen sei aus ihrer Sicht nicht sinnvoll.

Damit bleibt die Vier-Tage-Woche in Tschechien zunächst vor allem ein Feld für Unternehmen, die eigene Erfahrungen mit alternativen Arbeitszeitmodellen sammeln wollen. Während einige Firmen von mehr Produktivität und zufriedeneren Beschäftigten berichten, zeigen andere Beispiele, dass das Modell nicht für jeden Betrieb gleichermaßen geeignet ist.

Die Debatte dürfte damit vorerst weitergehen: Unternehmen testen neue Formen der Arbeitsorganisation, während die Politik eine gesetzliche Verpflichtung zur Vier-Tage-Woche weiterhin skeptisch beurteilt.

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