Deutschlands Industrieschwäche setzt tschechische Unternehmen unter Druck. Das zeigen Daten der Unternehmensberatung EY. Demnach wurden in der deutschen Industrie 2025 mehr als 120.000 Stellen abgebaut – fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. EY-Analyst Jan Brorkhilker beschreibt einen tiefen Abschwung, bei dem Unternehmen auf schwächere Nachfrage mit Produktionskürzungen und Personalabbau reagieren. Branchenverbände in Deutschland rechnen laut Reuters auch 2026 mit weiterem Druck auf den Arbeitsmarkt.
Die Ursachen sind vielfältig: Hohe Energiekosten nach der europäischen Energiekrise, schwächelnde Weltnachfrage sowie steigende Kosten durch Dekarbonisierung und Digitalisierung belasten deutsche Hersteller. Umfragen in deutschen Industrieverbänden zeigen, dass die meisten Unternehmen für das kommende Jahr weitere Stellenreduzierungen erwarten, während nur wenige Betriebe eine Ausweitung planen.
Für Tschechien ist die Entwicklung besonders relevant. Mehr als ein Drittel der tschechischen Exporte geht nach Deutschland. Radek Špikar vom Tschechischen Industrie- und Transportverband äußerte sich besorgt: „Wir hoffen, dass Deutschland ein neues Wachstumsmodell findet, das seine eigene Wirtschaft stützt und die tschechische mitnimmt." Gleichzeitig mahnte er langfristig zu einer Diversifizierung der Exportmärkte.