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Weinlese in Sachsen so früh beendet wie noch nie: Verband senkt Prognose

Weinlese in Sachsen so früh beendet wie noch nie: Verband senkt Prognose
Ein Foto vom Start der Weinlese auf Schloss Wackerbarth. Foto: Schloss Wackerbarth
Die Weinlese im sächsischen Anbaugebiet ist fast überall abgeschlossen. Wegen der Sommertrockenheit blieben die Beeren klein. Die Winzer sind trotzdem nicht unzufrieden.

Ein Bericht von Ulf Mallek

Die Weinlese 2026 im sächsischen Anbaugebiet ist im Großen und Ganzen beendet. Das sagte Felix Hößelbarth, Vorsitzender des Weinbauverbands Sachsen, am Donnerstag im Gespräch mit Meißen News. Nur bei Schloss Wackerbarth in Radebeul gebe es noch ganz kleine Restbestände. Ein so frühes Ende der Lese habe es nach seiner Erinnerung noch nie gegeben. Begonnen hatte die Lese am 20. August mit Goldriesling auf Schloss Wackerbarth.

Weniger Wein als erwartet

Der Verband hat seine Prognose nach unten korrigiert. Hößelbarth schätzt das Ernteergebnis jetzt auf 2,3 bis 2,4 Millionen Liter. Im August hatte er noch gesagt: „Ich gehe mal von 10 Prozent weniger aus, da sind wir bei etwa 2,6 Millionen Litern, also immer noch eine sehr solide Erntemenge für Sachsen.“ Grund für den Rückgang seien die kleinen Trauben, Ursache die große Trockenheit im Sommer. 2025 hatte Sachsen eine Rekordernte von 29.523 Hektolitern eingefahren, rund 2,95 Millionen Liter (Erntedaten des Landesamts LfULG).

Über 20 Jahre betrachtet liege die Ernte trotzdem in einem guten Mittelfeld, sagte Hößelbarth. Die sächsischen Winzer seien nicht unzufrieden, die Ernte sei okay. Eine genaue Einschätzung der Qualität liege noch nicht vor. Der Verband gehe aber von einer guten Qualität mit Mostgewichten um die 80 Grad Oechsle aus. 2025 lag der Durchschnitt laut LfULG bei 82 Grad Oechsle.

Proschwitz erstmals im September fertig

Als erstes großes Gut hatte Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe bei Meißen das Ende der Lese gemeldet. Die letzten Riesling- und Traminer-Trauben kamen am 29. September vom Seußlitzer Closterberg. Nach Angaben des Weinguts endete die Lese damit „erstmals bereits im September“. Geerntet wurden rund 260.000 Kilogramm Trauben, laut Weingut eine „sehr kleine Ernte“. Die Beeren hatten einen Durchmesser von fünf statt üblicherweise acht Millimetern, also nur etwa ein Viertel des Volumens. Weingutsleiter Björn Probst sagte TAG24: „Es ist ein kleiner Jahrgang, aber einer mit Potenzial, ein Spitzenjahrgang werden zu können.“

 Schloss Wackerbarth hatte zum Start mit einer Menge „etwas unter dem Rekordniveau von 2025 mit 650.000 Flaschen Wein und Sekt“ gerechnet. Weinbauleiter Till Neumeister verglich das Jahr Anfang September mit 2018 und 2019: „Das Jahr 2026 erinnert an die Weinjahre 2018 und 2019, die ebenfalls von einem warmen und sonnenreichen Sommer mit langanhaltender Trockenheit und Hitze geprägt waren.“

Die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen ist Sachsens größter Weinproduzent. Sie hat rund 800 Mitglieder und hatte Anfang September an den Meißner Katzenstufen mit Müller-Thurgau begonnen. Auch das Weingut Hoflößnitz in Radebeul hat ie Lese inzwischgen beendet. 

Gefeiert wird timmer: Am Sonnabend, 3. Oktober, lädt die Hoflößnitz in Radebeul zum Winzerzug durch die Oberlößnitz und zum 10. Churfürstlichen Weinbergfest ein. Der Eintritt ist frei.