Sächsischer Literaturpreis für die Riesaerin Heike Geißler
Riesa. Eine gebürtige Riesaerin erhält in dieser Woche den wichtigsten Literaturpreis des Freistaats: Heike Geißler wird am Donnerstag, 15. Oktober, in der Leipziger Stadtbibliothek mit dem Sächsischen Literaturpreis 2026 geehrt. Der Sächsische Literaturrat vergibt den Preis alle zwei Jahre. Das Preisgeld von 10.000 Euro stellt das Sächsische Kulturministerium bereit. Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) spricht bei der Verleihung ein Grußwort.
Heike Geißler wurde 1977 in Riesa geboren. Ihr Vater war Stahlwerker, aufgewachsen ist sie in Riesa und Karl-Marx-Stadt. Sie studierte Amerikanistik, Politik und Geographie in Dresden sowie Hispanistik und Literaturwissenschaften in Halle an der Saale. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Leipzig. Dass sie den Preis bekommt, hatte der Literaturrat bereits im Juli bekanntgegeben – diesachsen.de berichtete.
„Heike Geißler ist eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur – nicht nur in Sachsen, wo sie lebt und arbeitet“, sagt Ministerin Klepsch. „Sie bietet uns keine einfachen Lösungen, sondern entlässt uns aus ihren Büchern mit der klaren Aufgabe, nach Lösungen zu suchen und uns ihnen in kleinen Schritten anzunähern.“
Die fünfköpfige Jury unter Vorsitz des früheren Leipziger Buchmesse-Direktors Oliver Zille würdigt Geißlers über zwanzigjähriges Schaffen. „Wo auch immer sie antritt, sie kämpft“, heißt es in der Begründung. Und weiter: „Heike Geißler schaut mit dem Blick einer politischen Philosophin auf die Welt. Ihre Texte sind erkenntnisreich, virtuos in der Sprache und haben letztlich auch etwas Tröstliches.“
Ihr Werk reicht vom Debütroman „Rosa“ (2002) über den Essay „Saisonarbeit“ (2014) und den Protestroman „Die Woche“ (2022) bis zum gerade erschienenen Roman „Michaela Kohlhaas“. Darin überschreibt Geißler Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“: Die Titelfigur ziehe, so die Jury, „gegen die brüchige Solidarität und die Kapitalisierung der Gesellschaft in einen so noch nicht erdachten Kampf“. Das Buch ist im Mai bei Suhrkamp erschienen.
Für ihre Bücher wurde die Autorin bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Klopstock-Preis für neue Literatur, dem Heinrich-Böll-Preis und dem Bayerischen Buchpreis. Sie war zudem Stipendiatin der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo und erhielt den Förderpreis zum Lessingpreis des Freistaates Sachsen. Vor ihr ging der Sächsische Literaturpreis unter anderem an Angela Krauß (2024), Lukas Rietzschel (2022) und Daniela Krien (2020).