Meißner kuratiert Großausstellung: Mythos Erzgebirge öffnet in Zwickau
Zwickau. Ein gebürtiger Meißner hat eine der größten Kunstausstellungen dieses Herbstes in Sachsen mit vorbereitet. Dieter Hoefer kuratiert zusammen mit dem Dresdner Kulturwissenschaftler Dr. Paul Kaiser die Schau „Mythos Erzgebirge. Kunst und Eigensinn einer Region“. Eröffnet wird sie am 30. Oktober mit einer Vernissage, zu der Ministerpräsident Michael Kretschmer erwartet wird. Ab 31. Oktober ist sie in der Historischen Baumwollspinnerei 1896 (metaWERK) in Zwickau zu sehen und läuft bis zum 23. Mai 2027.
Aktuell wird noch aufgebaut. Kaiser hat auf Social Media Bilder davon gezeigt und dazu geschrieben, es sei „eine der wichtigsten Ausstellungen in meinem Kuratorenleben“.
Mehr als 350 Werke auf 1.600 Quadratmetern
Die Veranstalter sprechen von der ersten Gesamtschau zur Kunst im Erzgebirge seit mehr als 80 Jahren. Laut der Ausstellungswebsite sind mehr als 350 Kunstwerke von über 122 Künstlerinnen und Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts zu sehen, auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern. Der Schwerpunkt liegt auf der DDR-Zeit und den Jahren seit der Wiedervereinigung. Dazu kommen Positionen der Klassischen Moderne und jüngere zeitgenössische Künstler. Gezeigt werden Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie.
Kaiser nennt in seinem Post Assemblagen von Kurt Teubner und Gemälde von Curt Querner, Heribert Fischer-Geising, Carl-Heinz Westenburger, Axel Wunsch und Max Uhlig. Dazu kommt „das letzte Bild („Sinuskurve“, 2022) des Dresdner Malers Eberhard Göschel“. Göschel, der sich in der DDR dem sozialistischen Realismus verweigert hatte und 1978 die Obergrabenpresse mitgründete, starb am 28. Dezember 2022 mit 79 Jahren in Dresden.
Ein Meißner mit Erzgebirgs-Bezug
Dieter Hoefer ist in Meißen geboren und in Dresden aufgewachsen. Er arbeitet als Kurator, Journalist und Kunstvermittler und war viele Jahre Vorsitzender des Dresdner Presseclubs. Mit der Kunst des Erzgebirges ist er eng verbunden: Er steht dem Stiftungsrat der Heribert Fischer-Geising Stiftung vor, die sich um das Werk des Malers aus Geising im Osterzgebirge kümmert. Für den Ausstellungskatalog hat Hoefer zwei der zehn Aufsätze geschrieben.
Nach den „Sonnensuchern“ der nächste Anlauf
Ausgerichtet wird die Ausstellung vom Dresdner Institut für Kulturstudien und dem Kunstverein Zwickau. Gefördert wird sie von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung mit der Sparkasse Zwickau und der metaWERK AG. Schirmherr ist Ministerpräsident Kretschmer. Rund 50 Ehrenamtliche aus dem Umfeld des Kunstvereins helfen mit.
Der Ort ist für Kunstausstellungen erprobt. In der 1896 errichteten Spinnerei lief 2025 die Ausstellung „Sonnensucher! Kunst und Bergbau der Wismut“, die nach Angaben der Veranstalter mehr als 15.000 Besucher anzog. Der Bahnhof Zwickau-Pölbitz liegt rund 300 Meter entfernt.
„Mythos Erzgebirge. Kunst und Eigensinn einer Region“, Vernissage am 30. Oktober, geöffnet 31. Oktober 2026 bis 23. Mai 2027, Historische Baumwollspinnerei 1896, metaWERK, Pölbitzer Straße 9, Zwickau. Geöffnet Mittwoch bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr, auch an allen Feiertagen. Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, Familienkarte 15 Euro. Der Katalog kostet in der Ausstellung 20 Euro. Führungen: info@kulturstudien-dresden.de, Telefon 0351 2656706. Weitere Infos unter www.mythos-erzgebirge.de