Archäologe hinterfragt Meißens Rolle als Wiege Sachsens
Meißen gilt als wichtiger Ausgangspunkt der sächsischen Geschichte. Doch wie eindeutig lässt sich diese Rolle aus archäologischer Sicht belegen? Dieser Frage geht der Archäologe Dr. Thomas Westphalen am 7. Oktober bei einem Vortrag im Stadtmuseum Meißen nach. Das teilte die Pressestelle der Stadt Meißen mit.
Unter dem Titel „Meißen – die Wiege Sachsens? Wirklich? Oder auch nicht? Der Blick eines Archäologen auf die Stadt und ihre Umgebung“ stellt Westphalen archäologische Funde aus Meißen und dem näheren Umfeld vor. Dabei geht es darum, welche Erkenntnisse sich aus den Funden der vergangenen Jahrzehnte über die Entwicklung der Stadt und ihrer Umgebung ableiten lassen.
Die Geschichte Meißens reicht bis ins Jahr 929 zurück. Damals wurde unter Heinrich I. die Burg Misni gegründet. Sie bildete später die Grundlage für die Mark Meißen und damit für ein Gebiet, das zum Kernland des heutigen Sachsens wurde. Mit Blick auf das Festjahr zum 1100-jährigen Bestehen der Stadt steht die frühe Geschichte Meißens besonders im Mittelpunkt.
Westphalen war von 1993 bis 2023 am Archäologischen Landesamt in Dresden tätig. Von 2006 bis 2009 leitete er die Behörde kommissarisch. Über längere Zeit war er zudem für die Stadtarchäologie in Meißen zuständig. Heute ist Westphalen Vorsitzender des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz.
Der Vortrag beginnt am Mittwoch, 7. Oktober, um 18 Uhr im Stadtmuseum Meißen am Heinrichsplatz 3. Der reguläre Eintritt ins Museum kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für den Vortrag wird ein zusätzlicher Aufschlag von 2 Euro erhoben.