„Wir gehen zu den Menschen": Neues Leipziger Projekt bringt Musik in Pflegeeinrichtungen
Leipzig. Mit zunehmendem Alter oder Pflegebedarf wird kulturelle Teilhabe für viele Menschen schwierig. Wer nicht mehr allein zu einem Konzert kommt, bleibt oft außen vor. Hier setzt das Projekt care.music der Leipziger Monsecur an, einer gemeinnützigen Organisation. Statt Menschen zur Kultur kommen zu lassen, will das Projekt die Musik zu ihnen bringen, in Pflegeeinrichtungen und an andere Orte, an denen Menschen leben.
Das Angebot richtet sich an ältere und pflegebedürftige Menschen, an Menschen mit Demenz oder Behinderungen sowie an Angehörige und Pflegekräfte. Ein klassisches Konzert soll es ausdrücklich nicht sein. Teilnehmen könne jeder auf seine Weise, erklärt die Organisation, durch Mitsingen, Zuhören, Bewegung oder einfaches Dabeisein. Eine Teilnahmegebühr gibt es nicht, die Kostenfreiheit ist nach Angaben von Monsecur fester Teil des Konzepts.
Aus dem Pflegealltag entstanden
Hinter dem Projekt steht Alexander Blau, Gründer und Geschäftsführer von Monsecur. Die Idee stammt nach eigener Darstellung aus langjähriger Arbeit in der Pflege. Dort habe er erlebt, dass Pflegekräfte und Angehörige oft genau wüssten, was einem Menschen guttäte, im Alltag aber die Zeit, das Personal oder die passenden Strukturen fehlten. „Wir wollen nicht länger darauf warten, dass sich etwas ändert", sagt Blau. Kulturelle Teilhabe solle auch dann möglich bleiben, wenn jemand nicht mehr selbst zu einem Angebot kommen könne.
Wichtig ist der Organisation die Abgrenzung: care.music sei keine Musiktherapie und verbinde sich mit keinen medizinischen Heilversprechen. Es gehe um Begegnung, nicht um Behandlung.
Noch in der Aufbauphase und auf der Suche nach Partnern
Von einem laufenden Angebot ist das Projekt allerdings noch entfernt. care.music befindet sich in der Aufbauphase, feste Termine oder Partner nennt die Organisation bisher nicht. Blau verfolgt mit Monsecur noch ein zweites Ziel. Die Organisation will selbst inklusiv arbeiten und Menschen mit Behinderungen oder erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt reguläre Stellen mit Verantwortung bieten, keine symbolische Beschäftigung.
Damit kostenfreie Termine überhaupt möglich werden, sucht Monsecur derzeit Unterstützer. Angesprochen werden Pflegeeinrichtungen, Musikerinnen und Musiker, Veranstalter sowie Unternehmen und Stiftungen, die das Modell langfristig mittragen. Nicht nur klassische Spenden seien gefragt, betont die Organisation, sondern auch Partner, die Reichweite, Zeit oder Kooperationen einbringen. Wer das Projekt unterstützen oder kennenlernen will, findet weitere Informationen unter caremusic.de.