«Die Zeit deckt alles zu und es wächst Gras drüber. Und bevor du es bemerkst, ist alles verschwunden», sagt ein Australier in die Kamera. Der Mann mit Cowboyhut steht mit einem Spaten vor freigelegtem Stein. Er gräbt in der Geschichte seines Wohnortes und hat herausgefunden, dass der Komponist Frédéric Chopin mit dem Dorf verbunden war. Dort, wo Polen, Deutschland und Tschechien einander treffen, hat die Familie aus «down under» ein neues Zuhause gefunden - Es sind Geschichten von Menschen an Oder und Neiße, die Dokumentarfilmer Andreas Voigt festhält. Fast 30 Jahre nach seinem Film «Grenzland - eine Reise» kehrt der mehrfach ausgezeichnete Regisseur und Chronist noch einmal in die weite, flache Flusslandschaft zurück. Sein Film «Grenzland» (2020) startet an diesem Donnerstag (8. Juni) in den deutschen Kinos. Offizielle Premiere in Anwesenheit des Regisseurs hat der Film am Freitag im Berliner Kino Babylon (19.30 Uhr).
«Ja, ich war überrascht, dass es auf einmal eine Landschaft ist, in der sich so ein Pioniergeist entwickelt», erzählt der 67-Jährige der Deutschen Presse-Agentur über seine Rückkehr. Den Australier etwa filmt er, wie der mit seiner Tochter Polnisch übt, seine Frau schwärmt von der Freiheit, die die Familie in Polen genießt.