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Sänger von Frei.Wild kritisiert Diskussionskultur in Deutschland

Auf dem Frühjahrstreffen der Buchbranche präsentierten sich über 2000 Aussteller aus 40 Ländern mit ihren Neuheiten. / Foto: Jan Woitas/dpa
Auf dem Frühjahrstreffen der Buchbranche präsentierten sich über 2000 Aussteller aus 40 Ländern mit ihren Neuheiten. / Foto: Jan Woitas/dpa

Der Sänger der Rockband «Frei.Wild», Philipp Burger, kritisiert die Diskussionskultur in Deutschland und betont die Bedeutung des Dialogs für eine gesunde Mitte.

Der Sänger der Rockband «Frei.Wild», Philipp Burger, hat die Diskussionskultur in Deutschland kritisiert. «Ich glaube, dass in der heutigen Diskussion - vor allem in Deutschland - Leute innerhalb größerer Familie gibt, die nicht mehr miteinander reden, weil sie unterschiedliche Meinungen haben», sagte der in Südtirol geborene Künstler am Sonntag auf der Leipziger Buchmesse. Miteinander Sprechen bringe jedoch erst «die gesunde Mitte hervor», sagte er. «Frei.Wild» gilt in Deutschland auch wegen ihrer Texte als umstritten.

Angaben von Burger zufolge hatte sich ein namentlich nicht öffentlich bekannter Autor vor der Veranstaltung am Sonntag gegen seinen Auftritt auf der Buchmesse ausgesprochen. Zu seinem Auftritt waren zahlreiche Menschen, darunter viele Fans, gekommen. In seinem Buch «Freiheit mit Narben. Mein Weg von rechts nach überall» erzählt der Sänger auch von seinem Ausstieg aus der rechten Szene.

In Italien werde anders diskutiert, sagte Burger. Dort werde lauter diskutiert, sich danach jedoch auch wieder auf die Schulter geklopft und vertragen. Eine unterschiedliche Meinung mache «noch lange keine Feindschaft», betonte der Künstler. Wichtig sei, die vielen Erfahrungen und Geschichten der Menschen anzuerkennen. «Das ist die Schönheit der Welt, denke ich - die Vielfalt.»

In seinem Leben hätten Burger unter anderem die «Toten Hosen» geprägt. Musik sei für ihn ein Ventil, so Burger. «Manchmal muss es auch krachen, damit man merkt, was man vermisst hat. Wenn es schiefläuft, dann kann man auch mal zurückboxen - im übertragenen Sinn», sagte der Sänger. Auch mit Worten könne man es «knallen» lassen.

Der 1981 geborene Burger wuchs in der norditalienischen Stadt Brixen auf. Als Teenager war er Sänger einer Rechtsrock-Band. 2001 gründete er «Frei.Wild». Mit ihrer Musik gelangte die Band auch in die deutschen Charts. Außerdem veröffentlichte Burger in der Vergangenheit Soloalben. Der Musiker ist gelernter Zimmermann.

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