Der kurzfristig eingesprungene Dirigent Christian Thielemann ist am Sonntagabend zum Auftakt der neuen «Ring»-Inszenierung der Berliner Staatsoper Unter den Linden frenetisch gefeiert worden. Der 63-Jährige hatte die musikalische Leitung krankheitsbedingt kurzfristig vom Generalmusikdirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim, übernommen.
Die Inszenierung von Dmitri Tcherniakov wurde bereits mit dem Schlussvorhang mit «Bravo»-Rufen bedacht. Der russische Regisseur und sein Team ließen sich beim Applaus für die erste von vier Opern nicht blicken. Der Aufwand der Staatsoper war auch gedacht als symbolisches Geburtstagsgeschenk für Barenboim, der im November 80 Jahre alt wird.
Der Wagner-Spezialist Thielemann, noch zwei Jahre Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden, gilt auch als potenzieller Nachfolgekandidat Barenboims, wenn dessen Vertrag 2027 endet.
Das «Rheingold» ist Auftakt von Richard Wagners (1813-1883) «Der Ring des Nibelungen». Die vier Premieren innerhalb einer Woche gelten bereits als Höhepunkt der gerade beginnenden Opersaison. Bis Sonntag folgen noch «Walküre», «Siegfried» und «Götterdämmerung». Jenseits von Bayreuth werden bei dieser Mammutarbeit - das Werk umfasst rund 16 Stunden - die Premieren meist auf mehrere Spielzeiten aufgeteilt.