Die Entdeckung von Überresten einer Mikwe - eines rituellen jüdischen Tauchbades - in Chemnitz sorgte 2022 für Aufsehen. Nun wird in unmittelbarer Nähe mit einer Ausstellung dieser historische Fund und seine Bedeutung sichtbar gemacht. Denn die Überreste sind inzwischen eingehaust Teil eines neuen Wohn- und Geschäftshauses und nicht öffentlich zugänglich.
Der Fund gab den Experten Rätsel auf. Denn zur Zeit ihrer Entstehung durften sich Juden hierzulande nicht ansiedeln, wie der frühere Leiter des Chemnitzer Schloßbergmuseums, Thomas Schuler, erläutert. Er hat die Präsentation initiiert. Die Mikwe zeuge davon, dass es hierzulande dennoch Spuren jüdischen Lebens in dieser Zeit gab. Sie sei vermutlich um 1690 eingerichtet und beim Umbau des Hauses 1791 zugeschüttet worden, erklärt Schuler. Besitzer des Hauses seien christliche Fuhrleute gewesen. Doch warum dann das jüdische Tauchbad?