Zuschlag für Boxberg und Jänschwalde setzt Signal für Versorgungssicherheit und Strukturwandel
Neue Kraftwerkskapazitäten für die Lausitz
Der Zuschlag für den sächsischen Kraftwerksstandort Boxberg ist aus Sicht der Landesregierung ein wichtiges Zeichen für die Energieversorgung und den Strukturwandel in Ostdeutschland. Nach der Ausschreibung auf Grundlage des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG) plant die LEAG dort künftig neue Gaskraftwerke mit rund 910 Megawatt Leistung. Auch am Standort Jänschwalde in Brandenburg entstehen neue Kapazitäten.
Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter betonte, dass Sachsen auch in Zukunft einen Beitrag zu einer sicheren und verlässlichen Stromversorgung leisten könne. Das Ende der Braunkohle bedeute nicht das Ende des Kraftwerksbetriebs. Steuerbare Erzeugung bleibe notwendig, um die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien auszugleichen.
Bestehende Infrastruktur spart Kosten
Die Entscheidung gilt auch wirtschaftlich als relevant. Die Nutzung vorhandener Flächen, Netzanbindungen und technischer Infrastruktur am Standort Boxberg vermeide Kosten für einen kompletten Neubau. Nach Angaben des Ministers liegen die bezuschlagten Gebote zudem deutlich unter dem Höchstwert. Das sei volkswirtschaftlich sinnvoll und komme am Ende auch den Stromkunden zugute.
Die Ausschreibungsergebnisse zeigen außerdem, dass frühere Kraftwerksstandorte weiterhin eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Energieversorgung spielen können. Die Regionen verfügen über Erfahrung, Fachwissen und die nötigen Voraussetzungen, um neue Erzeugungskapazitäten schnell und effizient aufzubauen.
Perspektiven für Strukturwandel und Beschäftigung
Panter verwies darauf, dass Sachsen und andere ostdeutsche Länder seit Langem darauf gedrängt hätten, den bisherigen Kraftwerksregionen eine Zukunftsperspektive zu geben. Der Freistaat wolle den weiteren Wandel konstruktiv begleiten. Entscheidend sei, dass aus den ehemaligen Braunkohlestandorten neue Chancen für Wertschöpfung, Beschäftigung und Investitionen entstehen.
Auch der Oberlausitzer Bundestagsabgeordnete Florian Oest begrüßte die Entscheidung. Er sprach von mehr Zukunftssicherheit für Boxberg und Jänschwalde und verwies auf den Einsatz der Beschäftigten und des Betriebsrats. Aus seiner Sicht müsse die Lausitz Energie- und Industrieregion bleiben, auch über 2038 hinaus.
Wasserstoff als nächste Entwicklungsstufe
Die neuen Gas-Kraftwerke sollen so ausgelegt werden, dass sie später auf Wasserstoffbetrieb umgestellt werden können. Damit eröffnen sich für Sachsen zusätzliche Perspektiven beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Die Anlagen könnten künftige Wasserstoffmengen abnehmen und so den Aufbau von Infrastruktur und Markt unterstützen.
Mit dem StromVKG schafft der Bund einen Rahmen für den wettbewerblichen Zubau neuer steuerbarer Stromerzeugungskapazitäten. Für Sachsen ist der Zuschlag deshalb mehr als nur eine industrielle Investition: Er verbindet Versorgungssicherheit, regionale Entwicklung und den Übergang zu einem klimafreundlicheren Energiesystem.