Ein zweiter Prozess um den Juwelendiebstahl aus der Schatzkammer Grünes Gewölbe in Dresden ist am Freitag am Landgericht Dresden noch vor Verlesung der Anklage unterbrochen worden. Über den Fortgang will die Vorsitzende Richterin Eva Stief am kommenden Mittwoch unterrichten. Acht Monate nach Ende des ersten Prozesses muss sich ein 24-Jähriger wegen Beihilfe zum Diebstahl mit Waffen, Sachbeschädigung und Brandstiftung verantworten. Er wird dem Berliner Remmo-Clan zugerechnet und ist ein Bruder beziehungsweise Cousin der jungen Männer, die wegen der Tat bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.
Zu Beginn des Prozesses stellte Rechtsanwalt Stephan Schneider, Verteidiger des Beschuldigten, die Zuständigkeit des Landgerichtes in Frage. Er will den Fall am Berliner Landgericht verhandelt haben, weil der 24-Jährige dort wohnt. Schneider erwähnte die umfangreiche Reisetätigkeit, die eine Verhandlung in Dresden erfordern würde. 56 der 147 vorgesehenen Zeugen und Sachverständigen kämen aus dem Berliner Raum. Es gebe keinen einzigen Zeugen aus Dresden für die seinem Mandanten betreffenden Vorwürfe. Zudem bemängelte er angebliche Formfehler bei der Ladung. So sei der Saal, in dem die Verhandlung stattfindet, nicht angegeben gewesen. Das habe eine ausreichende Vorbereitung verhindert.