Zehn Jahre nach der Enttarnung der NSU-Terrorzelle sind nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer die notwendigen Konsequenzen aus dem Behördenversagen von damals gezogen. «Der NSU-Komplex wurde in Bund und Ländern aufgearbeitet. Es gab 13 Untersuchungsausschüsse, davon zwei auf Bundesebene», sagte der geschäftsführende Minister der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei es dennoch nicht möglich gewesen, alle Fragen restlos zu beantworten, «aber die Handlungsempfehlungen für die Bereiche Polizei, Justiz, Nachrichtendienste und Demokratieförderung sind weitestgehend umgesetzt», sagte der CSU-Politiker.
Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war am 4. November 2011 aufgeflogen, mit dem Tod von Uwe Bönhardt und Uwe Mundlos. Erst dann stellte die Polizei fest, dass es Neonazis waren, die zwischen 2000 und 2007 acht Gewerbetreibende mit Wurzeln in der Türkei, einen griechischen Schlüsseldienstbetreiber und eine junge Polizistin getötet hatten. Nach den Attentaten war jahrelang in die falsche Richtung ermittelt worden.