Das Landgericht im tschechischen Pilsen hat einen Prozess wegen der möglichen Auslieferung von Neonazi Marla Svenja Liebich eröffnet. Das Gericht soll entscheiden, ob Liebich an die deutschen Behörden übergeben werden darf. Die verurteilte Rechtsextremistin müsste in Deutschland eigentlich eine Haftstrafe absitzen. Sie war jedoch geflohen, zur Fahndung ausgeschrieben und erst einige Monate später von tschechischen Beamten festgenommen worden.
Liebich sitzt derzeit Behördenangaben nach im Gefängnis in Pilsen, einer Stadt im Westen Tschechiens. Die verurteilte Rechtsextremistin wurde in Handschellen, mit Bart und Brille, geschminkt und in einem Oberteil in Leopardenmuster von Justizbeamten in den Gerichtssaal geführt. Zunächst war unklar, ob das Gericht bereits am ersten Verhandlungstag eine Entscheidung verkündet.
Gegen die Entscheidung kann Liebich nach Angaben des Landgerichts Pilsen eine Beschwerde einlegen. Darüber müsste dann das Oberlandesgericht in der tschechischen Hauptstadt Prag entscheiden. Wird eine Auslieferung rechtskräftig entschieden, soll Liebich in die Justizvollzugsanstalt nach Chemnitz gebracht werden, wo sie eigentlich einsitzen müsste.