Rund ein Jahr nach dem Messerangriff auf einen spanischen Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin hat die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe gegen den Angeklagten gefordert. Der feige und hinterhältige Angriff sei eine radikal-islamistisch und antisemitisch motivierte Tat. Der Verteidiger des 20-Jährigen plädierte auf eine Jugendstrafe von sieben Jahren. Das Berliner Kammergericht will am 5. März eine Entscheidung verkünden.
Der Syrer habe sich des versuchten heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen, der gefährlichen Körperverletzung und der versuchten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig gemacht, so die Bundesanwaltschaft nach dreimonatigem Prozess. Er habe sich im Internet radikalisiert. Die Tat sei geplant und «von besonderer Brutalität, Gefährlichkeit und Nähe zur Tatvollendung geprägt».
Der Angeklagte sei am 21. Februar 2025 aus Leipzig nach Berlin gereist, um im Namen des sogenannten Islamischen Staats (IS) einen Angriff auf einen Menschen zu begehen, so die Bundesanwaltschaft. Gezielt habe er sich das Holocaust-Mahnmal unweit des Brandenburger Tors ausgesucht und sich dem IS über eine Messengerkommunikation als Mitglied angedient. Im Stelenfeld habe er einem inzwischen 31-Jährigen in Tötungsabsicht einen langen Schnitt an der Kehle versetzt. Der Spanier überlebte nur knapp. Bis heute ist er nicht in der Lage zu arbeiten und in psychologischer Behandlung.