Ein Feuerwehrmann aus Taucha bei Leipzig wehrt sich gegen einen Bußgeldbescheid wegen einer Tempoüberschreitung auf einer Einsatzfahrt. Zum Auftakt der Verhandlung vor dem Amtsgericht Eilenburg verteidigte der 55-Jährige seine schnelle Fahrt. «Ich wurde wegen einer Brandmeldung an einer Grundschule alarmiert, war mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs und habe darauf geachtet, niemanden zu gefährden», sagte der Mann aus Taucha.
An einer Baustelle wurde er mit 69 Kilometern pro Stunde geblitzt, erlaubt war Tempo 30. «Ich hatte keinen Gegenverkehr, und es war an der Stelle auch kein Fußgänger oder Radfahrer unterwegs. Ich habe niemanden gefährdet», betonte der 55-Jährige, der hauptberuflich Notfallsanitäter ist. Bei einer Brandmeldung zähle jede Sekunde.
Die Stadt hatte daraufhin einen Bußgeldbescheid in Höhe von 369 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot verhängt. Zur Begründung hieß es, dass die Feuerwehr bei Einsätzen zwar Sonderrechte habe, dies bedeutete jedoch nicht, dass alle Regeln außer Kraft gesetzt seien. Geschwindigkeit und Risiko müssten stets gegeneinander abgewogen werden.