Der wegen Ruhestands eines Richters geplatzte Mordprozess in Leipzig soll nach Angaben des Landgerichts rasch neu aufgerollt werden. «Die Stelle des ausgeschiedenen Richters ist bereits für den 1. September neu besetzt und dann werden schnell Termine angesetzt», sagte der Präsident des Leipziger Landgerichts, Kai Deusing, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag auf Anfrage.
Mehr als zwei Jahre nach dem Auftakt eines Mordprozesses gegen zwei Männer und 75 Verhandlungstagen musste der Prozess am Donnerstag ausgesetzt werden. Der Grund war der Ende August anstehende Ruhestand des Vorsitzenden Richters. Die Haftbefehle gegen die beiden 47 und 51 Jahre alten Angeklagten wurden aufgehoben. Sie befanden sich seit Herbst 2017 in Untersuchungshaft.
Ursprünglich sollte der Prozess gegen drei Angeklagte geführt werden. Das Trio soll Anfang 2015 einen 42-Jährigen in Leipzig erwürgt und vergraben haben. Die Leiche wurde erst 2017 gefunden. Weil einer der Angeklagten wegen Krankheit nicht erschienen war und laut dessen Verteidiger in der Türkei stationär in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt wurde, hatte die 3. Strafkammer das Verfahren abgetrennt, um den Prozess gegen die beiden anderen Männer fortzusetzen.