Im Prozess wegen Unterstützung der Neonazi-Terrorzelle NSU hat die Bundesanwaltschaft vier Jahre Haft für die Angeklagte Susann E. gefordert. Die 45-Jährige habe ihrer Freundin, der verurteilten Rechtsterroristin Beate Zschäpe, durch ihre Taten das Leben im Untergrund erheblich erleichtert, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Barrot im Plädoyer vor dem Oberlandesgericht Dresden (OLG). Wegen der langen Verfahrensdauer sei es geboten, sechs Monate der Haft als bereits vollstreckt erklärt werden.
Der jetzige Prozess sei auch ein Zeichen an alle Mitwisser, dass ihnen auch heute noch Strafverfolgung drohe, stellte Barrot dem Plädoyer voran. Bei den Ermittlungen zu der größten rassistischen Mord- und Anschlagsserie in der Geschichte der Bundesrepublik werde es keinen Schlussstrich geben. «Der Generalbundesanwalt hat nie aufgehört zu ermitteln und trägt weiter Puzzlestück um Puzzlestück zusammen.»