Im Prozess wegen Unterstützung der Neonazi-Terrorzelle NSU hat die Bundesanwaltschaft vier Jahre Haft für die Angeklagte Susann E. gefordert. Die 45-Jährige habe ihrer Freundin, der verurteilten Rechtsterroristin Beate Zschäpe, durch ihre Taten das Leben im Untergrund erheblich erleichtert, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Barrot im Plädoyer vor dem Oberlandesgericht Dresden (OLG).
Susann E. soll NSU geholfen haben
Susann E., Ehefrau des bereits verurteilten NSU-Unterstützers André E., ist wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zu einer schweren räuberischen Erpressung mit Waffen angeklagt. Die Bundesanwaltschaft wirft der 45-Jährigen vor, Zschäpe ihre Krankenkassenkarte und Personalien überlassen sowie bei der Anmietung eines Wohnmobils geholfen zu haben, das der NSU 2011 bei seinem letzten Raubüberfall nutzte. Zudem soll sie von den rassistisch motivierten Morden des NSU gewusst haben.
Die Angeklagte hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Am kommenden Donnerstag wird die Verteidigung ihr Plädoyer halten, das Urteil wird am 17. Juli erwartet.