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Bitcoin-Milliarden von Raubkopie-Portal im Visier der Justiz

Bei einer rechtskräftigen Verurteilung könnte auch der Landeskasse viel Geld zufließen. / Foto: David Hammersen/dpa
Bei einer rechtskräftigen Verurteilung könnte auch der Landeskasse viel Geld zufließen. / Foto: David Hammersen/dpa

Vom Streaming-Portal zum Milliarden-Schatz: Wie die Betreiber von «movie2k.to» mit Bitcoins ein Vermögen anhäuften und wem es jetzt zufallen könnte.

In Leipzig hat der Prozess um den illegalen Streamingdienst «movie2k.to» und einen Milliardengewinn mit Bitcoins begonnen. Vor dem Landgericht ist der 42 Jahre alte mutmaßliche Kopf des Portals unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche in 146 Fällen angeklagt. Mit ihm auf der Anklagebank sitzt ein 39-Jähriger, der sich wegen Geldwäsche in 46 Fällen und Steuerhinterziehung verantworten muss. Die Vorwürfe - in rund 220.000 Fällen urheberrechtlich geschützte Werke unerlaubt verwertet zu haben - sind inzwischen verjährt und somit nicht mehr Gegenstand der Verhandlung.

350 Seiten Anklageschrift

Zum Prozessauftakt beanstandete die Verteidigung des Hauptangeklagten die Verlesung der Anklageschrift. Diese hätte in modifizierter Fassung vorgelegt werden müssen, nachdem das Landgericht einige Teile daraus nicht zugelassen hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden betonte, dass die verjährten Taten wichtig für den Vorwurf der Geldwäsche seien. Die Wirtschaftsstrafkammer wies den Antrag der Verteidigung zurück.

Was passiert mit dem Gewinn in Höhe von 2,64 Milliarden Euro?

Brisant ist der Fall, weil die Wirtschaftsstrafkammer auch über den Besitz der rund 2,64 Milliarden Euro entscheidet, die aus dem Bitcoinvermögen des Hauptangeklagten erzielt worden waren. Bei einer rechtskräftigen Verurteilung könnte auch der Landeskasse viel Geld zufließen.

Laut Anklage hatte das Duo mit einem bereits rechtskräftig verurteilten Mann über das Streamingportal «movie2k.to» jahrelang hunderttausende Raubkopien von Filmen und Serie angeboten. Dabei hatten die Betreiber Millioneneinnahmen aus Werbeverträgen erzielt und damit Bitcoins erworben. 2013 wurde das Portal abgeschaltet, der Hauptangeklagte konnte erst 2023 im Ausland festgenommen werden.

Nach seiner Festnahme im Jahr 2023 hatte er den Ermittlern knapp 50.000 Bitcoins übergeben. Der Verkauf brachte nach einem wahren Kurssprung der Kryptowährung etwa 2,64 Milliarden Euro ein. Dieses Geld wird derzeit bei der Landesjustizkasse verwahrt.

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