Eine Chemnitzer Apotheke steht unter Verdacht, Krebsmedikamente (Zytostatika) in ungenügender Qualität hergestellt und an Ärzte für deren Patienten ausgeliefert zu haben. Wie die Landesdirektion Sachsen (LDS) am Freitag in Dresden mitteilte, laufen bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz bereits Ermittlungen. Es gehe um die Herstellung von Medikamenten minderer Qualität. Es komme nun sehr darauf an, ob und wie die betreffende Person an der Aufklärung mitwirke, hieß es. Die Landesdirektion sprach von einem vorläufigen Ergebnis. Bisher sei nicht einmal die Hälfte der Proben untersucht. Sie hätten ein merkwürdiges Bild ergeben. Es habe sowohl Über- als auch Unterdosierungen und korrekte Dosierungen gegeben.
Laut LDS kam der Hinweis auf Unregelmäßigkeiten aus der betroffenen Apotheke selbst. Am 6. Oktober sei die Einrichtung durchsucht worden. Man habe der Apotheke die Herstellung von Zytostatika untersagt, sie sei aber noch geöffnet. Insgesamt hätten neun Ärztinnen und Ärzte aus dem Raum Chemnitz die Medikamente verabreicht. Sie seien inzwischen von der Landesdirektion informiert worden. Wie viele Patienten betroffen sind, ist bislang unklar. Die Zytostatika seien individuell für die Patienten hergestellt worden und hätten aufgrund ihrer Mängel nicht die erforderliche Wirksamkeit entfalten können, hieß es weiter. Die LDS wollte nicht ausschließen, dass die Apotheke bereits früher Zytostatika von minderer Qualität in Umlauf brachte. Eine Prüfung im August habe jedoch keine Mängel ergeben.