Heimchen am Herde im Westen, berufstätige Rabenmutter im Osten: Klischee gefällig über die Frauen im geteilten Deutschland? Eine neue Ausstellung der Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur versucht, ein vielschichtigeres Bild zu zeigen. Anlass ist das 50. Jubiläum des Internationalen Jahres der Frau 1975.
Damals war aus Sicht von Kuratorin Clara Marz für Frauen in Ost und West vieles verschieden, aber einiges eben auch nicht. «Nicht nur die Rocklänge glich sich in Ost und West an, auch die Lebensentwürfe der Frauen schienen damals recht ähnlich», heißt es im Text zur Ausstellung. «Früh wurde geheiratet, oft kirchlich, bald darauf kam das erste Kind zur Welt, um das sich selbstverständlich die Frau zu kümmern hatte - ebenso wie um den Mann und den Haushalt.»
In den 1980er Jahren heirateten Frauen in der DDR demnach durchschnittlich mit 21 Jahren, in Westdeutschland mit 23. Den Vergleich gibt die Ausstellung auch an: 2023 lag das Heiratsalter bei fast 33 Jahren.