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Demo heute in Leipzig, morgen in Dresden: Zwei Stunden, mehr ist es nicht

Demonstration auf dem Theaterplatz in Dresden (Archivbild von der Demonstration im Januar 2025)
Demonstration auf dem Theaterplatz in Dresden (Archivbild)
Von: Lukas Breuer
Heute um 12 Uhr steht Leipzig auf dem Markt, morgen um 13 Uhr Dresden auf dem Theaterplatz. Zwei Stunden Deiner Zeit. Das hier ist die Erinnerung, die Du gerade gebraucht hast.

Die Termine: Heute 12:00 Uhr – Leipzig, Marktplatz. Heute 14:00 Uhr – Dresden, Theaterplatz (PRÜF Sachsen). Morgen 13:00 Uhr – Dresden, Theaterplatz („Zeit zum Handeln“, große Bühne). Montag 18:30 Uhr – Görlitz, Platz der Friedlichen Revolution.

Zwei Stunden. Das ist der ganze Deal.

Nicht Dein Wochenende, nicht Dein Ehrenamt, nicht Deine Lebensplanung. Zwei Stunden auf einem Platz, an dem Du sowieso ständig vorbeiläufst. Danach Döner, Matcha Latte, Serie, was auch immer bei Dir Samstag ist.

Ich weiß, was gerade in Deinem Kopf passiert, weil es in meinem genauso abläuft: Bringt doch eh nichts. Der Satz fühlt sich vernünftig an. Er ist aber einfach nur bequem.

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Leere Plätze sind auch eine Nachricht

Denn gezählt wird so oder so. Von Journalistinnen, von der Polizei, von den Leuten am Fenster gegenüber – und von denen, die das Ergebnis vom letzten Sonntag feiern. Ein voller Markt sagt: Hier ist noch was los. Ein halbleerer sagt: Läuft doch.

Und wer glaubt, das sei egal, hat vergangene Woche nicht hingeschaut. Die AfD hat in Sachsen-Anhalt ihr bestes Landtagswahlergebnis aller Zeiten geholt – und trotzdem keine Mehrheit bekommen. Nicht weil das Schicksal gnädig war, sondern weil Leute wochenlang dafür geackert haben, dass es nicht schlimmer kommt.

Diese Leute stehen heute in Leipzig. Und morgen in Dresden. Du kennst wahrscheinlich ein paar davon.

Was heute läuft

Leipzig, 12:00 Uhr, Marktplatz. „Zeit zum Handeln“, die bundesweite Kampagne, die noch in der Wahlnacht online ging. Bring jemanden mit. Ernsthaft: eine Person mehr, und die Kundgebung ist doppelt so groß wie ohne Dich.

Dresden, 14:00 Uhr, Theaterplatz. PRÜF Sachsen, wie an jedem zweiten Samstag im Monat. Eine Forderung, seit Monaten dieselbe: Das Bundesverfassungsgericht soll prüfen, was der Verfassungsschutz längst als gesichert rechtsextrem einstuft. Unspektakulär, hartnäckig, genau richtig.

Morgen, Dresden, 13:00 Uhr, Theaterplatz. Der große Termin. Bühne, „Markt der Demokratie“, ein Bündnis von Mission Lifeline über den DGB bis zu den Psychologists for Future. Die Veranstalter wollen eine der größten Kundgebungen seit der Wende. Ob daraus was wird, entscheidet sich zwischen 12 und 13 Uhr an den Straßenbahnhaltestellen rund um den Theaterplatz.

Montag, Görlitz, 18:30 Uhr, Platz der Friedlichen Revolution. Wie jeden Montag. Ohne Kamerateams, ohne Bühne, seit Monaten.

Und wenn Du wirklich nicht kannst

Dann kannst Du das hier weiterschicken. An die drei Leute, von denen Du weißt, dass sie eigentlich hingehen wollten und es bis heute Mittag vergessen haben werden.

Eine Demo ist kein Ergebnis. Sie ist der Moment, in dem sichtbar wird, wie viele wir sind – und in dem Leute sich finden, die danach zusammen weitermachen. Mehr ist es nicht. Weniger aber auch nicht.

Bis gleich.

Alle Termine, Forderungen und Quellen stehen ausführlich im Artikel „43,8 Prozent für die AfD: Leipzig und Dresden demonstrieren am Wochenende“. Zeiten und Orte können sich kurzfristig ändern – im Zweifel auf zeitzumhandeln.org nachsehen.

Lukas Breuer
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Lukas Breuer

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