Der Komiker und Autor Hape Kerkeling beklagt eine massive Verrohung im Internet. «Theoretisch wurde ich im Netz schon gelyncht für all das, was ich gesagt habe», sagte er in einem Podcast zum diesjährigen CSD in Leipzig, dessen Botschafter er ist. Solche Reaktionen bekomme er vor allem, seit er sich offen gegen Rechts positioniere. «Da tobt wirklich ein Stellvertreterbürgerkrieg, den wir Gott sei Dank auf den Straßen noch nicht ausfechten.» Umso wichtiger sei es aber, seine Meinung zu sagen.
Der 61-Jährige ist vor allem für seine Kunstfigur Horst Schlämmer bekannt, sein Buch «Ich bin dann mal weg» über eine Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg ist ein Bestseller und wurde verfilmt. Derzeit läuft eine Online-Petition «Hape Kerkeling als Bundespräsident», die bis Samstagvormittag mehr als 47.000 Unterstützer hatte. Auf die Frage, ob er sich das höchste deutsche Staatsamt zutraue, sagte er nun: «Wenn ich so in die Welt schaue und mir angucke, wer in der Welt in führenden Positionen das Sagen hat, dann bin ich geneigt zu sagen: Ja, das traue ich mir zu.» Dazu verwies er etwa auf die USA.