Der Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover wird in diesem Jahr an die in Dresden lebende Autorin Jayne-Ann Igel verliehen. Die 1954 in Leipzig geborene Preisträgerin arbeitet seit Ende der 1980er-Jahre als freischaffende Autorin.
Ihr literarischer Weg habe im Untergrund der späten DDR mit selbstverlegten Grafik-Gedichte-Mappen und Zeitschriften begonnen, hieß es in der Mitteilung der Stadt Hannover. Seit den 1990er-Jahren präge Igel die Lyrik auch als Lektorin und Herausgeberin. Zuletzt erschien ihr Gedichtband «wolken hinterm rollo» (Gutleut Verlag, 2024).
Die Jury würdigte Igels Werk als «poetisches Sprechen, das seine Schärfe gerade aus Zurücknahme gewinnt und das in der deutschsprachigen Lyrik einen unverwechselbaren Ort» behaupte. Ihre Dichtung sei hochsensibel, melancholisch und von analytischer Genauigkeit. «Mit dem Hölty-Preis wird ein Lebenswerk gewürdigt, das die Sprache nie für selbstverständlich nimmt und ihr gerade darin neue Räume eröffnet», hieß es.