Der Künstler Georg Baselitz (87) baut den Rollator in seine Arbeit ein. «Das Alter kommt unerwartet und ziemlich schnell», sagte der Maler dem Kunstmagazin «Monopol». «Es ist einfach nicht günstig. Die Bedingungen werden schlechter. Das, was man macht, ist extrem eingeschränkt.» Seit einiger Zeit arbeitet Baselitz im Sitzen und nutzt dabei einen rollbaren Stuhl – die dabei entstehenden Spuren lässt er inzwischen bewusst auf seinen Bildern stehen.
«Irgendwann konnte ich nicht mehr laufen, saß im Rollstuhl. Ich musste eine Methode finden, wie ich auf der Leinwand zurechtkomme – etwas, das früher nie Thema war», sagte Baselitz. «Jetzt sitze ich auf einem höhenverstellbaren Bürostuhl mit fünf Rollen, neben mir ein Wagen mit den Farben. Ich bewege mich damit selbstständig über die Leinwand und versuche, in einer Art Applikation jene Figur zu finden, die ich will.»
Anfangs habe er dabei Pappen ausgelegt, um Arbeitsspuren zu vermeiden. «Später fand ich die Fahrspuren interessant – auch, weil mir dabei Künstler wie Yves Klein, Rauschenberg oder Asger Jorn in den Sinn kamen.»