Wenn es kalt wird auf der Straße: ASB startet Kältehilfe für Dresden
Dresden. Sinkende Temperaturen sind für Menschen, die auf der Straße leben, mehr als unangenehm, sie können gefährlich werden. Kälte, Nässe und fehlender Schutz bringen schnell in existenzielle Not. Der ASB-Regionalverband Dresden hat deshalb gemeinsam mit dem ASB-Landesverband Sachsen und der Straßensozialarbeit SafeDD die Aktion „Kältehilfe für Dresden” gestartet. Der Bedarf ist groß: Die Zahl der in städtischen Einrichtungen untergebrachten Wohnungslosen stieg in Dresden zwischen 2022 und 2025 um rund 35 Prozent, während das städtische Winternotprogramm an seine Grenzen kommt (mehr dazu hier).
Geplant sind warme Mahlzeiten und die Ausgabe von Dingen, die draußen über den Winter helfen: Schlafsäcke, Isomatten, wetterfeste Rucksäcke, Hygieneartikel. Wer darüber hinaus Hilfe braucht, wird an Beratungsangebote weitervermittelt. „Wir möchten den Menschen zeigen, dass sie nicht allein sind”, sagt Hanna Wagner, Bereichsleiterin beim ASB-Regionalverband Dresden.
Warum die Hilfe gerade jetzt gebraucht wird
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Ein städtisches Konzept für die Wohnungsnotfallhilfe ist zwar in Arbeit, der Stadtrat soll es Anfang 2027 beschließen, greifen würde es damit frühestens im übernächsten Winter. Für diesen Winter bleibt als einziges Notprogramm der Stadt die Nachtcafés, die vom 1. November bis zum 31. März öffnen und von Ehrenamtlichen und Kirchgemeinden getragen werden.
Genau in diese Lücke setzt die ASB-Aktion, die parallel zur kalten Jahreszeit läuft. Sie ersetzt kein dauerhaftes Hilfesystem, soll aber über die Monate helfen, in denen der Schutz am dringendsten fehlt.
Wo man Sachspenden abgeben kann
Bis zum 30. November nehmen acht ASB-Einrichtungen Sachspenden an, in Gorbitz, Gruna, Cotta, Cossebaude, Leuben und Schönfeld-Weißig sowie in Kamenz. Besonders gebraucht werden Hygieneartikel wie Zahnpasta, Duschbad, Handdesinfektionsmittel oder Einwegrasierer. Angenommen wird nur, was ungeöffnet und unbenutzt ist.
Die vollständige Liste der benötigten Produkte und die Adressen der Annahmestellen stehen unter www.asb-dresden-kamenz.de/kaeltehilfe.
20 Euro für eine Isomatte, 150 für zehn Mahlzeiten
Wer kein Material vorbeibringen kann, hilft mit Geld. Über die Plattform GoFundMe sammelt der ASB 4.500 Euro, das Geld fließt in Schlafsäcke, Rucksäcke, Isomatten und warme Mahlzeiten. Der Verband rechnet vor, was kleine Beträge bewirken: 20 Euro zahlen eine Isomatte, 50 Euro einen wetterfesten Rucksack, 150 Euro warme Mahlzeiten für zehn Menschen.