Dresden. Auf der Bergstraße entsteht gerade eine Straße, die jeden Laster wiegt, ohne dass der Fahrer etwas davon bemerkt. Seit Dienstag ist die Einfallstraße von der A17 stadteinwärts auf Höhe der Böllstraße nur einspurig befahrbar, vorbei geht es mit Tempo 30. Eigentlich sollte die Einschränkung an diesem Freitag enden. Weil neben den acht Achslastsensoren im Asphalt noch ein Mast für die Messung der Oberflächentemperatur errichtet werden muss, dauert sie eine Woche länger, bis Freitag, 24. Juli. Mit der Anlage geht die vierte Verkehrsmessstelle in Betrieb, die die Landeshauptstadt im Rahmen des Modellprojekts Smart City einrichtet.
Ein gewogener Lkw fährt zehnmal zur Kontrolle
Damit die Werte stimmen, wird die Messstelle mit einem Kalibrierfahrzeug eingestellt. Ein vorher gewogener Lkw fährt zehnmal mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten über die Sensoren, bis die gemessenen Daten mit dem bekannten Gewicht übereinstimmen.
Neben dem Gewicht erfasst die Anlage die Temperatur, und zwar auf der Fahrbahn und in mehreren Tiefen darunter. Die Oberflächentemperatur misst ein eigener Mast am Straßenrand, dessen Aufbau die Bauzeit nun verlängert. An der Bergstraße kommen zusätzlich Wetterdaten hinzu: Windgeschwindigkeit, Niederschlagsmengen und Lufttemperatur und -feuchtigkeit.
Was Hitze, Kälte und Gewicht mit der Fahrbahn machen
Aus dem Zusammenspiel dieser Werte will die Stadt herauslesen, wie Hitze, Kälte und das Gewicht der Fahrzeuge im Jahresverlauf auf den Asphalt wirken. Daraus lasse sich ableiten, wie stark eine Fahrbahn beansprucht werde und wie schnell sie altere, so die Landeshauptstadt.
Der Vorteil gegenüber dem bloßen Blick auf die Straße liegt im Zeitpunkt. Risse und Spurrinnen zeigen einen Schaden erst, wenn er da ist. Die Sensoren sollen die Belastung schon vorher erfassen, damit sich eine Sanierung planen lässt, bevor die Reparatur teuer wird.