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Dresdens neuer Röntgenblick beendet das Baustellen-Chaos

Ein Mann in oranger Warnweste bedient auf einem hellen Platz eine Drohne, die am Himmel fliegt. Links steht eine Gruppe von sieben Personen und blickt nach oben. Im Hintergrund befindet sich ein modernes, rasterförmiges Gebäude.
Archäologie trifft High-Tech: Vermessungsingenieur Fabian Ettelt (r.) führt Vertretern von HTWD und LfA Sachsen eine Drohne vor. Durch die Kooperation sollen Bauprojekte künftig schneller freigegeben werden. Foto: HTWD/Peter Sebb
Von: Dresden News
Jahrelange Verzögerungen wegen alter Scherben? Damit ist in Sachsen bald Schluss. Modernste Laser-Technologie schrumpft Grabungszeiten auf ein Minimum.

Dresden. Wer im historischen Stadtgebiet baut, stößt fast zwangsläufig auf Geschichte. Unter dem Pflaster und im sächsischen Umland schlummern Jahrtausende menschlicher Besiedlung. Bisher bedeutete dies für Bauprojekte und den städtischen Verkehr oft Geduldsproben, wenn unerwartete Funde gesichert werden mussten. Eine neue Partnerschaft zeigt nun, wie modernste Technik diesen klassischen Interessenkonflikt zwischen Denkmalschutz und Stadtentwicklung entschärfen kann.

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden und das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) haben am 10. Juli 2026 eine weitreichende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Was zunächst nach akademischer Verwaltung klingt, hat konkrete und spürbare Auswirkungen auf die Praxis in der Stadt.

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Der berührungslose Blick in den Untergrund

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Weiterentwicklung digitaler Dokumentations- und Analyseverfahren. Zum Einsatz kommen dabei Technologien wie Satelliten-Fernerkundung, LiDAR-Scans (laserbasiertes Messen) sowie hochpräzise Luftbildauswertungen.

Für die sächsische Archäologie und die Stadtplanung bietet dies erhebliche Vorteile:

  • Schonung des Bodens: Mithilfe von Fernerkundungsmethoden lassen sich historische Strukturen im Erdreich oft großflächig erkennen, ohne dass physisch in den Boden eingegriffen werden muss. Bodendenkmale können so geschützt an Ort und Stelle verbleiben.
  • Schnelligkeit bei unvermeidbaren Grabungen: Stehen Baumaßnahmen an, die archäologische Spuren unwiderruflich zerstören würden, ist eine Ausgrabung gesetzlich vorgeschrieben. Durch den Einsatz von 3D-Laserscanning und moderner Photogrammetrie können Fundstellen und historische Strukturen nun in Sekundenbruchteilen millimetergenau dreidimensional erfasst werden. Das verkürzt die Dokumentationszeit vor Ort drastisch und ermöglicht eine schnellere Freigabe der Baustellen.

Mehrwert für Bürger, Lehre und den Standort

Die Kooperation schlägt eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Spitzenforschung und dem praktischen Alltag in Sachsen:

  • Geschichte digital zugänglich machen: Die im Zuge der Kooperation erstellten, hochauflösenden 3D-Modelle sichern das kulturelle Erbe digital für die Nachwelt. Langfristig ermöglicht dies neue Formen der historischen Vermittlung – etwa durch virtuelle Begehungen oder digitale Exponate, die der Öffentlichkeit barrierefrei zugänglich gemacht werden können.
  • Praxisnahe Ausbildung für die Fachkräfte von morgen: Studierende der HTW Dresden – insbesondere aus der Fakultät Geoinformation – erhalten durch die Kooperation direkten Zugang zu realen, hochkomplexen Datensätzen und können Praktika sowie Abschlussarbeiten direkt beim Landesamt absolvieren. Im Gegenzug bereichern Experten des Landesamtes die akademische Lehre durch Gastvorträge und Exkursionen.
  • Dresden als Innovationszentrum: Die Partnerschaft festigt das Profil Dresdens als führender Technologiestandort, an dem angewandte Wissenschaft und staatliche Institutionen Hand in Hand arbeiten, um gesellschaftliche und infrastrukturelle Herausforderungen zu lösen.

Fazit

Die Vereinbarung zwischen der HTW Dresden und dem Landesamt für Archäologie beweist, dass Denkmalschutz und moderner Fortschritt keine Gegensätze sein müssen. Durch den gezielten Einsatz digitaler Schlüsseltechnologien wird die Erforschung unserer Vergangenheit effizienter, transparenter und schont gleichzeitig die Ressourcen einer wachsenden Stadt.

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