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Streit mit dem Nachbarn? In Dresden schlichten 16 ehrenamtliche Friedensrichter

Ein älterer Mann im rot-schwarz karierten Hemd steht mit verschränkten Armen im Vordergrund und blickt verärgert. Im unscharfen Hintergrund gestikulieren ein jüngerer Mann und eine ältere Frau aufgebracht in einer Küche.
Schlichten statt streiten: Ob Nachbarschaftslärm oder Beleidigung - Dresdens 16 Schiedsstellen helfen bei Konflikten. Mit Erfolg: Zwei von drei Verfahren endeten im Vorjahr mit einer Einigung. Symbolfoto: Magnific
Von: Dresden News
Nicht jeder Ärger mit dem Nachbarn muss vor Gericht enden. 16 Schiedsstellen helfen in Dresden, Konflikte freiwillig und günstig zu lösen - und in zwei von drei Fällen klappt das sogar. Der Stadt fehlen dafür allerdings noch Ehrenamtliche.

Dresden. Die zu hohe Hecke, die laute Musik von nebenan, ein böses Wort über den Gartenzaun: Streit mit dem Nachbarn muss nicht gleich vor Gericht landen. In Dresden kümmern sich 16 Schiedsstellen darum, solche Konflikte außergerichtlich beizulegen – freiwillig, unbürokratisch und kostengünstig. Und wenn die Schlichtung scheitert, steht der Weg zum Gericht immer noch offen.

Zwei von drei Verfahren enden mit einer Einigung

Wie gut das funktioniert, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. 21 Schlichtungsverfahren führten die Dresdner Schiedsstellen durch, in 14 Fällen einigten sich die Parteien - eine Erfolgsquote von zwei Dritteln. Hinzu kamen 66 Beratungen, bei denen es gar nicht erst zu einem offiziellen Verfahren kam.

Das Spektrum ist breit. Bei Nachbarschaftsstreit wegen Lärm oder Pflanzabständen wird geschlichtet, ebenso bei vermögensrechtlichen Fragen wie im Mietrecht oder bei Beleidigungen.

Bei bestimmten Strafsachen führt sogar kein Weg an der Schiedsstelle vorbei: Wer wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses, Körperverletzung, Bedrohung oder Sachbeschädigung eine Privatklage erheben will, muss vorher das sogenannte Sühneverfahren durchlaufen.

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Ehrenamt statt Robe: Wie eine Schiedsstelle arbeitet

Hinter jeder Schiedsstelle stehen zwei Menschen: eine Friedensrichterin oder ein Friedensrichter und eine Person für das Protokoll. Beide arbeiten ehrenamtlich, werden vom Stadtrat gewählt und sind in der Regel fünf Jahre im Amt. Sie bieten Sprechstunden an und vereinbaren Termine.

Eingeleitet wird ein Verfahren auf Antrag einer der beiden Streitparteien. Beide müssen dann persönlich erscheinen - verhandelt wird nicht öffentlich, sondern hinter verschlossener Tür.

Dresden sucht neue Friedensrichter

Für dieses Ehrenamt werden weiterhin Menschen gesucht. Infrage kommt allerdings nicht jeder: Zugelassene Rechtsanwälte und bestellte Notare sind ausgeschlossen, ebenso Berufsrichter, Staatsanwälte, Polizei- und Justizbeamte sowie alle, die geschäftsmäßig fremde Rechtsangelegenheiten besorgen. Eine monatliche Entschädigung gibt es für die Tätigkeit.

Service: Wer sich für das Ehrenamt interessiert, wendet sich an das Rechtsamt, Lingnerallee 3, 01069 Dresden, Telefon 0351 4889541, E-Mail rechtsamt@dresden.de. Alle Schiedsstellen, Sprechzeiten und Kontakte stehen unter www.dresden.de/schiedsstellen.

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