Dresden. Eigentlich sollte es ein ganz entspannter Ferientermin werden, doch die rund 40 Jungen und Mädchen machten schnell klar, dass sie mit einer ganz konkreten Agenda ins Stadtforum gekommen waren. Eingeladen waren Mädchen und Jungen aus zwei Dresdner Horten sowie weitere interessierte Kinder. Allesamt im Grundschulalter zwischen der 1. und 4. Klasse – also gerade einmal 7 bis 11 Jahre alt. Doch wer dachte, die Steppkes schüchternen vor dem Chef der Landeshauptstadt ein, der irrte gewaltig. Dirk Hilbert, der selbst durch die Runde führte, musste Rede und Antwort stehen.
Mehr als nur Verkehr: Wie wird Dresden sicherer?
Doch die Sicherheit war für die 7- bis 11-Jährigen nicht nur ein Thema auf dem Asphalt. Ein Kind wollte ganz direkt wissen: „Was können wir tun, damit die Stadt sicherer wird?“
Hilbert erklärte den sichtlich interessierten Grundschülern, dass Sicherheit ein „sehr komplexes Thema“ sei, das an vielen Stellschrauben hänge. Die Stadt setze zum einen auf Präsenz: „Am Wiener Platz haben wir zum Beispiel eine City-Wache eingerichtet“, so der OB mit Verweis auf die Zusammenarbeit von Ordnungsamt und Polizei an neuralgischen Punkten. Zum anderen spiele aber auch die Stadtplanung eine Rolle: Gute Beleuchtung helfe, Kriminalitätsschwerpunkte gar nicht erst entstehen zu lassen. Und ganz wichtig sei die Sozialarbeit, um Probleme an der Wurzel zu packen.
Ein Blick hinter die Kulissen des OB-Büros
Neben den ernsten Themen ging es vor allem um die Neugier auf den Job des Stadtchefs. Warum er eine runde Marke um den Hals trage, wollte ein Kind wissen. Hilbert ließ die Runde erst raten („Ein Dienstausweis?“), bevor er auflöste: Es ist seine elektronische Zugangskarte für die oberen Büroetagen des Stadtforums. Damit er sie nicht vergisst, trägt er sie immer umgehängt.
Auch die weiteren Fragen der Hortkinder waren erfrischend direkt:
- Die Arbeitszeit: Zwischen 60 und 80 Stunden pro Woche ist Hilbert im Einsatz. Die Tage beginnen oft vor neun Uhr morgens und enden nicht selten erst spät am Abend.
- Das Gehalt: Auf die Schätzung eines Kindes, ob er denn 50.000 Euro verdiene, entgegnete Hilbert schmunzelnd: „Im Jahr? Ein bisschen mehr ist es. Lassen wir es mal so stehen.“
- Die schwerste Entscheidung: Für den OB sind es Katastrophensituationen wie Hochwasser, bei denen im Ernstfall die Evakuierung von Seniorenheimen oder Krankenhäusern ansteht.