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Dresden scannt sein Straßennetz

Die Heckansicht eines orangefarbenen Messbusses, ausgestattet mit zahlreichen runden Warnleuchten, einem blauen Pfeilschild nach unten und komplexen Laserscannern an den Seiten, aufgenommen aus einer tiefen Perspektive auf dem Asphalt.
Präzision bis ins Detail: Das Heck des Sensor-Fahrzeugs ist mit Laserscannern und Kameras bestückt, die selbst feinste Asphaltrisse ab 0,5 Millimetern Breite automatisch registrieren. Foto: LEHMANN + PARTNER GmbH
Von: Cornelius de Haas
Millionen-Projekt für besseren Asphalt: Dresden vernetzt seine Straßen. Während ein Spezial-Scanner das Netz abfährt, messen versteckte Sensoren unter dem Asphalt das Gewicht von Lkw und Pkw im fließenden Verkehr. Diese Hauptstraßen sind betroffen.

Dresden. Wie steht es wirklich um die Straßen in der Landeshauptstadt? Um diese Frage exakt zu beantworten, schickt Dresden in den kommenden Wochen ein hochmodernes Sensor-Fahrzeug auf eine gigantische Kontrollfahrt. Bis September 2026 wird das gesamte Stadtgebiet digital durchleuchtet, um künftige Baustellen präzise und kosteneffizient zu planen.

Ab Montag, 22. Juni 2026, startet die systematische Erfassung des Dresdner Straßennetzes. Ein orangefarbenes Spezialfahrzeug der Firma LEHMANN + PARTNER GmbH wird in den kommenden drei Monaten rund 1.830 Kilometer Asphalt im Stadtgebiet abfahren. Bestückt mit Laserscannern, Mess-Sensoren und hochauflösenden Kameras dokumentiert die Technik den Zustand der Verkehrswege bis ins kleinste Detail. Das System registriert dabei nicht nur die offensichtlichen Straßenschäden wie Schlaglöcher, Spurrinnen oder Bodenwellen, sondern erkennt feine Risse im Asphalt bereits ab einer Breite von gerade einmal 0,5 Millimetern.

Ein orangefarbener Mercedes-Transporter mit rot-weißer Warnmarkierung und einer großen Metallkonstruktion inklusive Kameras und Sensoren auf dem Dach steht auf einer asphaltierten Straße vor Feldern unter blauem Himmel.
High-Tech auf Dresdens Straßen: Ab dem 22. Juni 2026 erfasst dieses orangefarbene Spezialfahrzeug rund 1.830 Kilometer des städtischen Straßennetzes, um Schäden digital zu dokumentieren. Foto: LEHMANN + PARTNER GmbH

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Aus Datenschutzgründen betont die Stadtverwaltung, dass alle erhobenen Bild- und Messdaten ausschließlich der Analyse des Straßenzustandes dienen. Personenbezogene Daten wie Gesichter oder Kfz-Kennzeichen werden vor der Weiterverarbeitung automatisch anonymisiert. Nach Abschluss der Fahrten im September übernehmen spezialisierte Dienstleister die detaillierte Auswertung des umfangreichen Datenmaterials.

Unter dem Asphalt: Fünf Messstellen überwachen die Verkehrsbelastung

Die Daten aus der flächendeckenden Befahrung bilden jedoch nur eine Säule des Projekts, das im Rahmen des Programms „Strategisches Erhaltungsmanagement“ läuft. Das Straßen- und Tiefbauamt verknüpft die visuellen Scans mit den Echtzeitdaten von insgesamt fünf strategisch platzierten Messstellen im Stadtgebiet. Drei dieser Stationen arbeiten bereits auf der Tharandter Straße, der Dohnaer Straße und der Washingtonstraße. Im Laufe der Monate Juli und August folgen zwei weitere Anlagen auf der Bergstraße sowie auf der Stauffenbergallee. Die Standorte wurden so gewählt, dass sie den gesamten innerstädtischen Pendler- und Wirtschaftsverkehr repräsentativ abbilden.

In die Fahrbahnen dieser Kontrollpunkte sind mehrere Sensoren eingelassen, die das Gewicht der Fahrzeuge im fließenden Verkehr wiegen. Gleichzeitig messen sie die Asphalttemperatur direkt an der Oberfläche sowie in den tieferen Schichten des Straßenbetts. Durch diese Kombination lässt sich exakt nachvollziehen, wie stark die Straßen durch das Zusammenspiel von extremen Wetterbedingungen wie Sommerhitze oder Winterfrost und schwerer Achslast beansprucht werden und wie schnell der Asphalt altert.

Bundesförderung für die datenbasierte Sanierungsplanung

Das langfristige Ziel des Digitalprojekts ist ein Systemwechsel bei der Straßenerhaltung. Die kontinuierlich gesammelten Daten der Messstellen und die Ergebnisse der Befahrungen fließen in eine neue Software ein. Diese soll dem Straßen- und Tiefbauamt künftig eine präzise, automatisierte Prognose liefern, welche Straßenabschnitte mit welcher Priorität repariert werden müssen. Auf diese Weise will die Stadtverwaltung ihre finanziellen Mittel für den Straßenbau vorausschauend steuern und dort einsetzen, wo sie den größten und nachhaltigsten Nutzen für das Gesamtnetz bringen. Für eine verlässliche und realistische Zukunftsprognose ist die Erhebung über mehrere Jahre hinweg unerlässlich. Die aktuelle Kampagne setzt dabei eine Messreihe fort, denn bereits in den Jahren 2015 und 2021 fanden ähnliche Befahrungen in Dresden statt.

Das Gesamtbudget für das strategische Erhaltungsmanagement beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 380.000 Euro direkt auf die anstehende Messbefahrung und deren anschließende Auswertung. Finanziert wird das Vorhaben zu 65 Prozent über Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des Bundesprogramms „Smart City“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Den verbleibenden Eigenanteil übernimmt die Landeshauptstadt Dresden aus eigenen Haushaltsmitteln.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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