Dresden. Nach der Vorstellung der Ergebnisse der Online-Bürgerbefragung „carolaVOTE“ zum Neubau der Carolabrücke zeichnet sich im Dresdner Stadtrat eine Debatte über die Konsequenzen ab. Zwar setzte sich der Entwurf der Büros FHECOR/TSSB mit 38 Prozent der Stimmen als Bürgerfavorit durch, doch die Reaktionen der Fraktionen auf den knappen Ausgang und die künftige verkehrliche Ausrichtung fallen unterschiedlich aus. Nun rückt die finale Abstimmung im Stadtrat am 3. September in den Fokus.
Debatte um Fahrspuren und Entwurfsdetails
Anders bewertet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Lage. Fraktionsvorsitzende Agnes Scharnetzky stellte die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen heraus. Sprecherin Susanne Krause verwies darauf, dass der zweitplatzierte Entwurf von Knight Architects/LAP bei Fachleuten vorne liege und in der Umfrage fünf von neun Einzelkategorien - darunter Gestaltung und Aufenthaltsqualität - gewonnen habe. Zudem sehen die Grünen in den Rückmeldungen eine Bestätigung für ihren Kurs, sich im Stadtrat für eine zweispurige Innenstadtbrücke mit breiten Rad- und Fußwegen einzusetzen, um künftige Haushalte finanziell nicht zu überlasten.
Zustimmung für den Bürgerfavoriten kommt von der AfD-Fraktion. Deren baupolitischer Sprecher Thomas Ladzinski begrüßte die Durchführung der Umfrage und verwies darauf, dass der FHECOR/TSSB-Entwurf auch bei der jüngeren Generation besonders beliebt sei. Seine Fraktion strebe eine zügige Umsetzung dieses flexibel nutzbaren Konzepts an.
Zurückhaltender gibt sich die FDP/Freie Bürger-Fraktion. Fraktionschef Patrick Probst lobte das Engagement der Bevölkerung, gab jedoch zu bedenken, dass bei einer Beteiligung von knapp fünf Prozent der Dresdner Bürger kein Entwurf eine absolute Mehrheit erreicht habe. Das Ergebnis sei nun eine wichtige Grundlage für die anstehenden Beratungen, bei denen auch Finanzierungs- und Infrastrukturfragen geklärt werden müssten.