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Neueröffnung am Hilton: Erzgebirge-Kult zieht nach Dresden um

Matthias Singer und Kristin Hängekorb entfernen vorsichtig die Schutzfolie von einem bunten Wandgemälde mit dem Schriftzug „Zum Neinerlaa“.
Vorbereitung für das neue Stück Erzgebirge in Dresden: Matthias Singer und Kristin Hängekorb vom Welterbe-Verein legen das Wandmotiv des Restaurants „Zum Neinerlaa“ frei. Foto: meeco Communication Services
250.000 Euro Investition direkt an der Frauenkirche: Warum ein Gastronom aus Annaberg-Buchholz das Neinerlaa-Festessen ganzjährig nach Dresden bringt.

Dresden. Die erzgebirgische Küche bekommt eine feste Adresse in der Altstadt. Mitte November eröffnet das Restaurant „Zum Neinerlaa” unweit der Frauenkirche, im Hilton Dresden, im früheren Steakhouse „Alte Münze”. Betreiber ist Matthias Singer, der das gleichnamige Lokal im Ratskeller von Annaberg-Buchholz führt. Rund eine Viertelmillion Euro steckt er in den Dresdner Ableger, zwölf neue Leute für Küche und Service sind bereits eingestellt.

Der Ort passt zum Thema. In der „Alten Münze” wurden einst aus erzgebirgischem Silber die sächsischen Münzen geprägt, mit eben jenem Silber, das Dresden reich machte. Jetzt kommt mit der erzgebirgischen Küche gewissermaßen ein zweites Stück der Bergbau-Region in die Stadt.

Wie der Erzgebirgler nach Dresden kam

Singer, der aus Bockau stammt, hatte lange nach einem Standort in Dresden gesucht. „Für ein ‚Zum Neinerlaa’ in der Landeshauptstadt habe ich mir dort schon viele Objekte angesehen, aber nichts Passendes gefunden”, sagt er. Im Sommer habe ihn ein Kontakt ins Hilton geführt, wo Hoteldirektor Martin Raich die Idee unterstützte. Derzeit wird umgebaut, auch eine komplett neue Küche wird eingebaut. Den Annaberger Ratskeller, den Singer 2019 nach Jahren im Vertrieb übernahm, will er weiter betreiben.

Matthias Singer steht in einer Dresdner Altstadtgasse nahe der Frauenkirche und hält das kunstvoll gestaltete Ladenschild für sein neues Restaurant „Zum Neinerlaa“.
Mit dem traditionellen Teller-Ausleger vor dem Hilton Dresden: Gastronom Matthias Singer bringt Mitte November mit dem „Zum Neinerlaa“ erzgebirgische Speisen nahe die Frauenkirche. Foto: meeco Communication Services

Dass der Bedarf da ist, zeigt der Andrang im Erzgebirge: Viele Gäste reisen im Winter extra aus Dresden an. An einem Weihnachtswochenende habe er rund 200 Gäste abweisen müssen, erzählt Singer.

Was ein Neinerlaa ist

Neinerlaa, erzgebirgisch für Neunerlei, ist ein seit 1799 bekanntes Festessen zum Heiligen Abend. Jede der neun Zutaten steht für einen Wunsch fürs neue Jahr: Linsen für genügend Kleingeld, zwei Klöße fürs große Geld, Bratwurst für ein langes Leben, Apfelmus für die Gesundheit, Rote Bete für die Schönheit. Von jeder Komponente, so die Überlieferung, müssen mindestens drei Löffel auf dem Teller landen, damit die Wünsche in Erfüllung gehen.

In Dresden soll es das Gericht in vier Varianten geben, mit Gans, Ente, Kaninchen oder vegetarisch, die Ente ganzjährig. Den Neinerlaa-Teller hat sich Singer nach eigenen Angaben schützen lassen.

Dresdner Bier zum erzgebirgischen Essen

Beim Bier setzt das Restaurant, das 90 Plätze innen und 60 im Freien bietet, auf die Dresdner Feldschlößchen-Brauerei, unter anderem auf den „Schwarzen Steiger”. Die Brauerei sei als Partnerin an Bord, bestätigt deren Gastronomie-Verkaufsdirektor Uwe Tschuschke. Das Lokal will sich zudem als eine Art Botschaft der Region verstehen: „Umso schöner ist es, dass nun mit dem ‚Neinerlaa’ ein Stück Erzgebirge nach Dresden kommt”, sagt Kristin Hängekorb vom Verein Welterbe Montanregion Erzgebirge. Die Montanregion ist seit 2019 UNESCO-Welterbe.

Uwe Tschuschke und Matthias Singer lächeln in die Kamera und stoßen im Restaurant mit zwei großen Krügen Feldschlößchen-Bier an.
Erzgebirgische Küche trifft Dresdner Bier: Verkaufsdirektor Uwe Tschuschke (li.) und Wirt Matthias Singer stoßen mit Feldschlößchen auf die neue Partnerschaft im „Zum Neinerlaa“ an. Foto: meeco Communication Services

Eröffnen will Singer Mitte November, sofern Handwerker und Lieferanten mitspielen. Weitere Informationen soll es unter www.zum-neinerlaa.de geben.