Dresden. Am 3. September 2026 steht der Dresdner Stadtrat vor einer der folgenschwersten Weichenstellungen der jüngeren Stadtgeschichte: Die Entscheidung über den Ersatzneubau der eingestürzten Carolabrücke. Was als strukturiertes Verfahren mit Einbindung von Fachgremien und der Bevölkerung begann, hat sich in den Wochen vor der Abstimmung zu einer intensiven politischen und fachlichen Debatte entwickelt. Im Zentrum des Konflikts stehen zwei konkurrierende Entwürfe, rechtliche Unwägbarkeiten sowie die Frage, wie verbindlich Expertenurteile und Bürgervotum für die politische Entscheidung sind.
Die Ausgangslage zeichnet ein gespaltenes Bild: Während das vom Stadtrat berufene Experten- und Begleitgremium den Entwurf der Planergemeinschaft Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) zusammen mit Knight Architects und Querfeldeins zur Realisierung empfahl, ging aus der Bürgerbefragung „CarolaVOTE“ knapp der Entwurf des Büros FHECOR/TSSB als Favorit hervor. LAP überzeugte das Fachgremium vor allem mit dem geringsten Genehmigungsrisiko und der besten städtebaulichen Integration, während FHECOR/TSSB mit markanten Bögen und einer schlanken Anmutung bei den Bürgern punktete.