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Getarnt an der Haltestelle: Ein Superblitzer steht jetzt in Leubnitz

Blick von der Bushaltestelle auf den Standort des Messanhängers „HWI-VE 167“ in Dresden.
Hinter der Haltestelle: Die Tarnung ist perfekt - der Anhänger hinter Fahrgastunterstand, Automat und Hecken für Autofahrer kaum auszumachen ist. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Jüngst das Gebüsch von Rochwitz, jetzt der tote Winkel hinter einem DVB-Häuschen: Superblitzer „HWI-VE 167" beweist erneut ein Gespür für unauffällige Plätze. Wer in der Wilhelm-Franke-Straße zu flott unterwegs ist, entdeckt den grauen Kasten oft erst, wenn es längst zu spät ist.

Dresden. Er gilt als der Versteckkünstler unter Dresdens Messanhängern - und seinem Ruf macht „HWI-VE 167" alle Ehre. Seit Donnerstagnachmittag, gemeldet um 14:46 Uhr, steht der graue Superblitzer in der Wilhelm-Franke-Straße in Leubnitz-Neuostra direkt hinter einer Bushaltestelle der Linie 68 postiert, halb verdeckt von Fahrgastunterstand, Fahrkartenautomat und der Hecke dahinter. Wer aus dem Auto nach vorn blickt, übersieht ihn im Vorbeifahren in Richtung Innenstadt trotz Tempo 30 leicht - und genau darauf kommt es bei diesem Anhänger an.

Es ist ein vertrautes Muster. Schon an der Tännichtstraße in Rochwitz verschwand der Anhänger seinerzeit regelrecht im Gebüsch, kaum auszumachen für vorbeifahrende Autos. Danach bezog er an der Fetscherstraße auf Höhe des Uniklinikums Stellung - ebenfalls bei Tempo 30, ein Standort, den er im Dezember schon einmal beehrt hatte, damals auf der anderen Straßenseite. Wo immer „167" auftaucht, sucht er die unauffällige Position. Und jetzt nimmt er die Anwohner und Pendler im Dresdner Süden ins Visier.

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Der graue Messanhänger „HWI-VE 167“ steht getarnt an der Wilhelm-Franke-Straße in Dresden-Leubnitz-Neuostra.
Geschickt platziert: Der „Versteckkünstler“ unter den Messanhängern, „HWI-VE 167“, hat Stellung in der Wilhelm-Franke-Straße Ecke Am Pfaffenberg bezogen. Foto: CdH

Die Wilhelm-Franke-Straße ist dabei kein zufälliger Ort: Eine ruhige Wohnstraße, gesäumt von Mehrfamilienhäusern, mit Geschäften, Praxen und Familien gleich nebenan - genau die Art von Umfeld, in der Tempo 30 Sinn ergibt und in der zu schnelles Fahren am meisten ins Gewicht fällt. Wer hier 11 bis 15 km/h zu schnell unterwegs ist, zahlt 50 Euro. Bei 16 bis 20 km/h werden 70 Euro fällig, und ab 21 km/h zu viel sind es 115 Euro plus ein Punkt in Flensburg.

Seine beiden Brüder sind unterdessen ebenfalls im Einsatz. Der jüngste, grün lackierte Anhänger „HWI-VE 213" duckt sich seit Dienstag bestens getarnt zwischen Bäumen und Büschen an der Meißner Landstraße in Briesnitz, wo Tempo 50 gilt. Und „HWI-VE 159", der bekannteste der drei, hat sich am geschäftigen Zelleschen Weg im Uni-Viertel postiert. Damit verteilt sich Dresdens Messanhänger-Trio derzeit über West, Süd und die Innenstadt.

Weil die Geräte akkubetrieben sind und ohne Personal auskommen, können sie tagelang an einem Fleck ausharren - und weil die Lasermessung schon auf große Distanz greift, hilft hektisches Bremsen kurz vor dem Kasten meist wenig. Heißt für alle, die durch Leubnitz-Neuostra fahren: früh vom Gas, dann bleibt der Geldbeutel verschont.

Bleibt neugierig auf eure Stadt – und kommt sicher durch Dresden.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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