Feuerwehr Dresden im Dauereinsatz: Bürger leisten bei Bränden wichtige Vorarbeit
Dresden. Es war ein Tag der kleinen Helden mit Alltagsgegenständen. Während die Dresdner Feuerwehr am 27. Mai zwischen Vegetationsbränden, brennenden Mülltonnen und einem kuriosen Verkehrsvorfall pendelte, griffen Bürgerinnen und Bürger an gleich mehreren Einsatzstellen selbst beherzt ein - mit Wasserflaschen und Gießkannen.
Brand in der Südvorstadt: Einweiser löscht Rasenfläche mit Wasserflasche
Den Auftakt machte am frühen Nachmittag eine brennende Rasenfläche an der Fritz-Löffler-Straße. Als die Kräfte um 13:12 Uhr eintrafen, war der Spuk schon vorbei: Ein Einweiser hatte das Feuer kurzerhand mit einer Wasserflasche gelöscht. Die Feuerwehr kontrollierte die Stelle, mehr war nicht zu tun.
Mülltonnenbrand am Lingnerplatz: Feuerwehr stellt Verdächtigen per Leihfahrrad
Gut eine Stunde später wurde es am Lingnerplatz in der Seevorstadt turbulenter. Dort brannten drei Abfallbehälter, die mehrere Passanten bereits mit Wasserflaschen eingedämmt hatten. Ein Zeuge beschrieb den Einsatzkräften den mutmaßlichen Verursacher - und der wollte sich davonmachen. Die Feuerwehrleute setzten nach, erst zu Fuß, dann auf dem geliehenen Fahrrad eines Anwesenden, und hielten den Mann bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der Tatverdächtige blieb ruhig, ein weiterer Zeuge dokumentierte das Geschehen mit Fotos. Tatverdächtiger und Einsatzstelle wurden an die Beamten übergeben.
Waldbrand in der Dresdner Heide flammt erneut auf
Am Abend kehrte die Trockenheit in die Schlagzeilen zurück. In der Dresdner Heide flammte gegen 17:22 Uhr genau dort wieder Feuer auf, wo es bereits am Vormittag gebrannt hatte. Ein Waldläufer entdeckte die Flammen und ließ über einen Passanten Alarm schlagen. Auf rund 50 Quadratmetern glühte der Waldboden. Mit Gießkannen, Kübelspritzen, Dunghacken, Schaufeln und einem Strahlrohr drangen 29 Kräfte der Wache Albertstadt und der Stadtteilfeuerwehr Bühlau tief in den Boden vor, um versteckte Glutnester zu ersticken. Eine Wärmebildkamera bestätigte am Ende den Löscherfolg.
Vegetationsbrand in Übigau: Skoda durchbricht die Absicherung
Für den ungewöhnlichsten Moment des Tages sorgte ein Autofahrer in Übigau. Während die Kräfte an der Washingtonstraße zwei brennende Ödlandflächen mit einem Strahlrohr bekämpften, durchbrach gegen 20:27 Uhr ein 60-Jähriger mit seinem Skoda aus ungeklärter Ursache die Absicherung aus Pylonen und Blitzleuchten - und fuhr direkt in die Einsatzstelle. Das Absicherungsmaterial wurde zerstört, verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittelt.
Brand in Gorbitz: Ersthelferin löscht mit der Gießkanne
Fast zeitgleich, gegen 21:06 Uhr, wiederholte sich im Dahlienweg in Gorbitz das vertraute Bild: Auf einer ungenutzten Wiese brannte rund ein Quadratmeter Fläche - und eine Ersthelferin hatte das Feuer schon mit einer Gießkanne gelöscht, bevor die Feuerwehr Nachlöscharbeiten übernahm.
Feuerwehr Dresden warnt vor erhöhter Waldbrandgefahr
Insgesamt rückte die Feuerwehr in 24 Stunden zu elf Bränden und 16 Hilfeleistungen aus, der Rettungsdienst wurde 241-mal alarmiert. Angesichts der anhaltenden Trockenheit warnt die Feuerwehr eindringlich vor der erhöhten Wald- und Vegetationsbrandgefahr: Schon kleine Zündquellen genügen, um trockenes Gras, Laub oder Waldboden in Brand zu setzen.