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Können Maschinen riechen lernen? Neue Ausstellung sucht Antworten

Besucherin interagiert mit einem Versuchsmodell in der Sonderausstellung „Die Zukunft des Riechens“ in den Technischen Sammlungen Dresden.
Wissenschaft zum Anfassen: In der Schau „Die Zukunft des Riechens“ können Besucherinnen und Besucher durch Hands-on-Objekte und Versuchsaufbauten erleben, wie Maschinen das Riechen lernen sollen. Foto: Crispin-Iven Mokry
Von: Cornelius de Haas
Hunde erschnüffeln Krankheiten, bevor Symptome auftreten - der Mensch dagegen riecht eher schlecht. Eine neue Schau in den Technischen Sammlungen fragt, ob ausgerechnet Maschinen die Riechchampions der Natur eines Tages übertreffen.

Dresden. Was wäre, wenn Roboter riechen könnten? Mit dieser Frage öffnet seit heute die Sonderausstellung „Die Zukunft des Riechens - Von der Nase zu riechenden Maschinen" im Schaufenster der Forschung der Technischen Sammlungen. Entstanden ist sie im Auftrag der TU Dresden, finanziert von der VolkswagenStiftung.

Der Ausgangspunkt ist ein verblüffender: Ausgerechnet der Geruchssinn, den wir täglich nutzen, ohne ihn zu bemerken, ist beim Menschen schwach ausgeprägt. In der Tierwelt dagegen gibt es wahre Spürnasen - Tiere, die Nahrung über Kilometer hinweg wittern und schwere Krankheiten am Körpergeruch erkennen, lange bevor erste Symptome auftreten. Was, wenn sich diese Höchstleistung technisch nachbauen ließe?

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Riechende Maschinen: Forschung aus Dresden und Jena

Genau daran arbeitet ein junges Forschungsfeld mit sperrigem Namen: die Perzeptronik, die Maschinen zur Sinneswahrnehmung befähigen will. Möglich wird das erst durch Fortschritte bei Sensoren und künstlicher Intelligenz - und durch einen Standort, der dafür ideale Bedingungen bietet. Als einer der weltweit führenden Mikroelektronik-Standorte liefert die Region die Hardware gewissermaßen vor der Haustür.

Laborflaschen mit Duftstoffen und chemischen Formeln als Exponat in der Ausstellung „Die Zukunft des Riechens“.
Vom Molekül zum Duft: Die Ausstellung beleuchtet in drei Themenbereichen - von der biologischen Nase bis zur elektronischen Nase - den Kosmos der Gerüche. Foto: Paul Bauer/Interaktive Medien GbR

Im Verbundvorhaben „Olfactorial Perceptronics" forschen drei mitteldeutsche Spitzeneinrichtungen an der elektronischen Nase: die TU Dresden, das Universitätsklinikum Dresden und die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Geleitet wird das Projekt von Prof. Gianaurelio Cuniberti. Das erklärte Ziel ist ehrgeizig - riechende Maschinen zu bauen, die noch leistungsstärker sind als die Spürnasen der Tierwelt.

Ausstellung in Dresden: drei Portale zum Mitmachen

Die Schau macht diese Forschung erstmals für ein breites Publikum erlebbar - nicht als Lesetafeln, sondern zum Anfassen und Ausprobieren, mit Hands-on-Objekten, Versuchsmodellen und Software-Installationen aus Medizin, Biologie, Chemie, Psychologie und Nanotechnologie. Der Rundgang führt durch drei „Portale": die biologische Nase, den Kosmos der Gerüche und schließlich die elektronische Nase. In jedem Bereich kommen in Video-Interviews junge Forschende ebenso zu Wort wie international führende Fachleute.

„Die Zukunft des Riechens" ist bis zum 1. November 2026 im Schaufenster der Forschung in den Technischen Sammlungen an der Junghansstraße zu sehen, dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, freitags ist er ab 12 Uhr frei. Wer die Schau erleben möchte, sollte sich allerdings nicht zu viel Zeit lassen: Direkt im Anschluss, ab dem 2. November, schließt das Museum bis mindestens Anfang 2029 für eine energetische Sanierung und soll vorübergehend an einen Interimsstandort in der Innenstadt ziehen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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