Dresden/Radebeul. Es ist kurz vor sechs am Montagmorgen, als der Lokführer seinen Augen kaum traut. Zwischen Radebeul-Nauendorf und Niederwartha stehen drei Pferde im Gleis. Er bremst, der Zug kommt auf freier Strecke zum Stehen. Wenige Minuten später ist die Bahnstrecke komplett gesperrt.
Beamte der Bundespolizeiinspektion Dresden rücken aus und nehmen die Ausreißer in Empfang. Sie treiben die Tiere behutsam aus dem Gefahrenbereich - alle drei bleiben unverletzt. Mitarbeiter eines angrenzenden Pferdehofs übernehmen die Pferde noch an Ort und Stelle und bringen sie zurück auf die Koppel.
Dort findet sich auch die Erklärung für den Frühausflug: Der Elektrozaun war defekt. Was die Tiere sonst zuverlässig auf der Weide hält, hatte in dieser Nacht schlicht keinen Strom.
Um 06:45 Uhr rollen die Züge wieder - doch der Berufsverkehr hat da bereits gelitten. Zwei Züge fielen komplett aus, vier weitere sammelten zusammen 180 Minuten Verspätung.