Unsichtbarer Coup am Hauptbahnhof Dresden: Taschendieb nutzt irren Täuschungs-Trick
Dresden. Der Mann merkte erst am Taxi, dass etwas fehlte. Zahlen wollte er, doch die Geldbörse war leer - rund 200 Euro weg. Am frühen Sonntagmorgen stand der 49-Jährige schwankend auf der Wache der Bundespolizei im Hauptbahnhof. Was in der Nacht passiert war, konnte er kaum rekonstruieren: Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab 1,9 Promille.
Der Trick mit der Jacke
Aufklärung brachte das Videomaterial, das die Beamten sofort auswerteten. Die Bilder zeigen, wie sich gegen 1 Uhr ein älterer Mann der Bank in der Kuppelhalle nähert, auf der das Opfer schläft. Er verdeckt seine Hand mit einer Jacke und zieht die Geldbörse heraus.
Und dann kommt der Zug, der die Tat verschleiern sollte: Wenige Minuten später schiebt der Täter dem Schlafenden die geleerte Börse unbemerkt wieder zu. Wer nichts vermisst, meldet nichts - so das Kalkül. Es ging nicht auf.
Sechs Stunden später auf derselben Bank
Mit den Aufnahmen und einer präzisen Täterbeschreibung fahndeten die Bundespolizisten - und wurden schnell fündig. Gegen 07:50 Uhr erkannten Einsatzkräfte den Verdächtigen wieder. Er saß auf einer Bank vor dem Haupteingang, keine 100 Meter vom Tatort entfernt. Die Beamten nahmen ihn vorläufig fest.
Bei ihm fanden sie knapp 184 Euro Bargeld - mutmaßlich das Diebesgut.
Von drei Staatsanwaltschaften gesucht
Der 58-jährige Rumäne ist wegen Diebstahls bereits einschlägig polizeibekannt. Mehr noch: Gleich drei Staatsanwaltschaften suchten nach ihm zur Aufenthaltsermittlung. Gegen ihn wird nun wegen besonders schweren Falls von Diebstahl ermittelt.