Hündin folgt einem Dachs ins Rohr - und steckt plötzlich unter der Straße fest
Dresden. Ein Waldspaziergang in Laubegast hat am Donnerstag ein ungewöhnliches Großaufgebot ausgelöst - und am Ende eine erleichterte Hundebesitzerschaft. Die belgische Schäferhündin „Mara" war im Bereich Leubener Weg offenbar einem Dachs auf der Spur, folgte ihm in ein rund 20 Meter langes Rohr und saß dort plötzlich fest. Zwei bis drei Meter tief verlief die Röhre unter einer asphaltierten Straße, aus eigener Kraft kam das Tier nicht mehr heraus.
Ihr Halter schlug Alarm, kurz darauf rückte die Feuerwehr an. Schnell zeigte sich: Mit den üblichen Mitteln war hier nichts zu machen. Die Einsatzkräfte holten einen Fachberater des Technischen Hilfswerks dazu und tüftelten gemeinsam eine Strategie aus. Per Laserentfernungsmesser grenzten sie zunächst ein, wo genau die Hündin steckte. Dann rückte ein Bagger an und trug vorsichtig Waldboden ab, um sich dem tief liegenden Rohr zu nähern. Die letzten Zentimeter gruben die Helfer von Hand frei - mit Schaufeln und Muskelkraft.

Für einen kuriosen Moment sorgte ein unerwarteter Mitbewohner: Auch der Dachs steckte noch im Rohr. Von der Rettungsaktion ließ er sich allerdings nicht beeindrucken, harrte gelassen aus und wartete schlicht ab, bis sich die Helfer zurückgezogen hatten. Genau an der freigelegten Stelle aber kauerte „Mara". Gegen 13.25 Uhr zogen die Kräfte der Feuer- und Rettungswache Striesen und des THW-Ortsverbandes Dresden die Hündin wohlbehalten und unverletzt ans Tageslicht - tatkräftig unterstützt von ihrem Besitzer.
Im Einsatz waren über mehrere Stunden rund 20 Kräfte von Berufsfeuerwehr, THW und Polizeibehörde. Die Feuerwehr dankte den THW-Helfern ausdrücklich für die unkomplizierte Unterstützung. Für „Mara" endete der Ausflug damit glimpflich - und der Dachs dürfte sein Rohr inzwischen wieder ganz für sich allein haben.